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Frei leben und glücklich sein

Stephi17 comments3553 views
frei leben / glücklich sein

Frei leben? Was bedeutet das überhaupt?

Was bedeutet frei leben und wie definiere ich Glück? Benötige ich Geld dafür? Macht Masse reich und Verzicht arm? Und was ist, wenn wir unser Konsumverhalten wieder umkehren können? Was bedeutet eigentlich autark leben? Und wie läuft es überhaupt in fremden Kulturen? Kann ich die Welt durch Kinderaugen sehen und verstehen? Kann ich alleine mit Kind reisen? Was sind meine Grundbedürfnisse?
Was bedeutet Freiheit? Und wie können wir frei leben?

Vom Grundbedürfnis Frei leben

Frei leben?  Glücklich sein. So lautet der Titel zu diesem Blog aber was hat es eigentlich damit auf sich? Jeder Mensch hat sogenannte Grundbedürfnisse und dazu gehört eines der höchsten Güter, dem Bedürfnis nach Freiheit. Wir wollen frei leben und dabei glücklich sein. Wer will das bitte nicht? Manchmal jedoch ist man gefangen. Gefangen in gesellschaftlichen Zwängen, gefangen in Abhängigkeiten oder gefangen in inneren Blockaden. Ängste, Bindungen und Status machen uns das Leben unnötig schwer. Eine Gesellschaft braucht Regeln, um zu funktionieren, denn diese Grenzen stecken auch eigene Bereiche ab. Wer sich ihnen nicht beugt, zählt zu einer Randgruppe, gesellschaftlich möglicherweise geduldet und doch nicht geachtet. Wenn ich anders bin, muss ich mich erklären, um den Anschluss nicht zu verpassen. Das macht es mir wiederum schwer, meinem Grundbedürfnis nachzukommen. Frei leben? Ein echtes Grundbedürfnis? Ja, unbedingt und wir wollen uns das Recht raus nehmen, frei zu leben und glücklich zu sein.

Frei leben im Alltag, wie geht das?

Das ist eine gute Frage. Um 4.30 Uhr klingelt der Wecker. Darf ich ihn ignorieren und einfach weiter schlafen? Meinem Job nicht nachkommen und ihn damit leichtfertig aufs Spiel setzen? Wie oft mag dieses Verhalten wohl geduldet werden? Ich stehe auf, wecke mein Kind, fahre mit dem Rad 10 km zum Kindergarten, es folgen weitere 7 km zur Arbeitsstelle und wenn ich nun einfach Pause machen will? Geht nicht. Ich freue mich auf meinen Job, mache ihn gerne, akzeptiere auch die negativen Seiten meines Tuns. Das Leben ist nicht rosarot, weder hier noch in Freiheit. Was kann ich also tun, um frei leben im Alltag zu leben? Ich kann die Freizeit nutzen, ich tue das, was sich gut anfühlt und beuge mich nicht den gesellschaftlichen Zwängen, ich lebe in meiner Welt und da sind die Grenzen anders gesteckt. Da geht es nicht um Status und materielle Dinge, da geht es ums TUN und um das Leben, da geht es ums frei leben. Diese Momente sind kurzweilig, verschwinden viel zu oft und die gesellschaftlichen Zwänge haben mich wieder, ich stehe weiter jeden Morgen auf, fahre meinen Sohn zum Kindergarten und gehe gerne zur Arbeit aber frei leben im Alltag das fällt mir schwer, denn die Zeit ist zu kurz.

Frei leben in einer anderen Welt?

Ich steige aus, ich gehe auf Reisen, ich brauche kein Hab und kein Gut, ich brauche keine Sicherheiten, Bausprverträge oder Berufsunfähigkeitsversicherungen. Ich brauche kein Haus und kein Auto aber ich brauche Zeit. Ich habe realisiert, dass ich nur dieses eine Leben habe und ich möchte durch verschiedene Fenster schauen, ich möchte freie Entscheidungen treffen, weil sie sich gut anfühlen, ich möchte meinen Sohn erleben, möchte ihm viel öfter die Hand reichen als es mir jetzt möglich ist und ich möchte frei leben. Unabhängig. Zwanglos. Liebevoll.

Ich möchte raus, einmal anhalten und mich treiben lassen und genau jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür. Zeit ist unbezahlbar und frei leben ein Privileg, was uns im Alltag bisher verwehrt geblieben ist.

Frei leben mit Kind?

Ja, auch das geht. Was es für uns bedeutet? Das weiß ich noch nicht, aber ich weiß, dass es sich richtig anfühlt. Ich verlasse eine gewohnte Umgebung, lasse Sicherheiten zurück und liebe Menschen. Mein Sohn wird sein gewohntes Umfeld verlassen und zieht mit mir in unbekannte Welten, er wird in einem Jahr vielleicht mehr zu erzählen haben als die Großeltern und er wird mit mir die Welt erkunden, fremde Kulturen erleben und lernen was es bedeutet frei zu leben. Frei leben mit Kind kann funktionieren. Frei leben mit Kind ist ein Wagnis, ja, das ist mir bewusst. Es kann uns bereichern aber es kann uns auch verzweifeln lassen und in jedem Fall wird es uns zusammen schweißen und wir werden lernen, die Welt aus anderen Perspektiven zu betrachten, werden uns Zeit für die Feinheiten nehmen, werden ins echte Leben eintauchen, fernab von Kommerz und uns einbringen wo wir können.

Autark sein zum frei leben?

Wie viel „autark sein“ braucht es wirklich und was davon planen wir? Wir planen gar nichts, aber wer sich entscheidet frei zu leben und unabhängig von gesellschaftlichen Zwängen zu sein, der entzieht sich auch den Vorzügen einer Gesellschaft. Strom und fließend Wasser kann ebenso ein Problem sein wie Trinkwasser oder ein Dach über den Kopf. Ein Zelt, eine kleine Solarzelle und ein Wasserfilter gehören in jedem Fall in unser Gepäck und bevor du jetzt aufstehst und beide Hände übern Kopf zusammen schlägst, nein, ich ziehe nicht mit meinem Sohn in die Wildnis aber ich fühle mich einfach wohler, wenn ich Dinge dabei habe, die mir auch fernab von Menschen das Überleben sichern. Denn wie ich am Ende tatsächlich das Frei leben definiere, weiß nur die Zeit und wieviel autark leben dazu nötig ist, steht in den Sternen.

Was bedeutet für dich frei leben?

Wir ziehen los, wir steigen aus, wir wollen die Welt erleben, Kulturen verstehen lernen, das Leben in seiner Einfachheit genießen und unbezahlbare Erfahrungen machen.

Was bedeutet für dich frei leben und glücklich sein? Wieviel Sicherheit brauchst du und worauf kannst du tatsächlich verzichten?

Frei leben, damit beginnen wir jetzt, der Countdown läuft, sei dabei und erfahre was wir erleben.

 

Weitere Links zu dem Thema Frei leben

Hier findest du noch andere Seiten, auf denen von geldfreien Erfahrungen berichtet wird, Autarkes Leben thematisiert wird und auch die Konsequenzen angeschnitten werden.

Wenn du auch eine Geschichte hast, die zum Thema passt, hinterlasse einen Kommentar oder schreibe mir eine Nachricht (Stephanie@freileben.net) und werde Teil der Linkliste.

Stephi
Alleinerziehend.Reisesüchtig.Freiheitsliebend.Alternativ.

17 Comments

  1. Liebe Stephie, ich hab gerade deinen Beitrag mit Begeisterung gelesen und muss ehrlich zugeben, dass ich dich für Deinen mut bewundere. Für einen kurzen Augenblick hab ich mich ertappt, wie ich darüber nachgedacht habe, das gleiche zu tun. Mein Kind ist jetzt bald 1 Jahr alt und das nächste Reiseziel ist Thailand. Ich werde selbstverständlich wieder meinen Beitrag für deine Seite abliefern und alles auf kleinkindtauglichkeit überprüfen. Wer weiß, wohin unsere Wege noch führen? Aussteigen ist auf jeden Fall ein riesiges Abenteuer und ich wünsche dir und deinem Sohn alles gute und viele schöne Erfahrungen auf eurem weg.

    Herzliche Grüße aus Österreich
    Ziva

    1. Liebe Ziva,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Ja, du hast recht, es ist ein gewagter Schritt und ein richtig großes Abenteuer. Wo es uns hinzieht, wann wir wieder kommen, wie wir uns über Wasser halten, das alles ist eine große Unbekannte. Die Emotionen liegen zwischen Zuversicht, Vorfreude und dem totalen Wahnsinn. Die Mischung aus alldem fügt sich aber als ganzes Großes in meinem Glauben daran, dass immer alles gut wird 🙂 und ich freue mich schon riesig auf deinen Beitrag aus Thailand.

  2. vielen Dank für Deinen Beitrag ich lese sie gerne und ich wünsche mir natürlich weitere spannende Abenteuer zu lesen .Ich wünsche Dir und Deinen Sohn ganz ganz viele schöne Erfahrungen und passt auf euch auf

  3. Alles Gute für euch beide! Mit zwei Schulkindern wäre so eine Aktion noch schwieriger, dass ist so eine große Verantwortung. Allerdings kenne ich einige Menschen, die Homeschooling machen und für die das eine gute Lösung ist. Für mich momentan leider nicht. Dafür richte ich es mir hier auch ziemlich frei ein :-). Die wahre Freiheit finden wir ja eh nur in uns selbst und nicht irgendwo sonst.

    Viel Glück auf eurer Reise! Bin gespannt, was ihr so erlebt…

    1. Danke liebe Sarah. Ich geb dir vollkommen recht. Und Schulkinder brauchen meiner Ansicht nach auch eine feste Basis, weil die Freunde ja schon den gleichen Stellenwert wie die Familie haben. Das ist mit einem 5jährigen noch nicht so. Ich werde in jedem fall berichten, über gute und über schlechte Erfahrungen.

      1. Liebe Steffi,
        Es ist immer wieder schön deine Beiträge zu lesen. Immer wenn ich etwas von dir lese, dann hab ich das Gefühl „ich bin mitten drin“
        ……Ich vermisse euch jetzt schon arg!

  4. Liebe Stephie,
    alles Gute für Dich ! Wir haben unseren Ausstieg schon hinter uns – und sind zumindest teilweise wieder eingestiegen nach einem Reisejahr. Aber uns wurde klar in dieser Zeit, was wir wirklich wollen. Und manchmal muß man eben gehen, um zu bleiben 😉
    Und ja, definitiv, manches hängt auch vom Alter der Kinder ab – und natürlich von deren Persönlichkeit, wie von der unseren auch.
    Ich wünsche Euch alles Liebe auf Eurer Reise und freue mich, von Euch zu hören.
    Lieben Gruß
    Lena

  5. Hey,
    ich hab gerade deinen Beitrag gelesen und muss Deinen Mut hoch anrechnen. Das selbe geht mir schon seid geraumer Zeit durch den Kopf. Mit Kindern finde ich es aber recht schwierig.

    Aussteigen ist auf jeden Fall ein riesiger Schritt und ich wünsche dir und deinem Sohn alles gute!

    1. Lieber Pete,
      Ich danke dir fuer deib Feedback. Ja, mit Kind ist es in der Tat nicht immer einfach. Es gibt sovielw Dinge, auf die man Rücksicht nehmen muss. Dinge, an die man alleine eben nicht denken würde. Aber gerade das macht unsere Reise auch so spannend. Immer wieder zu hinterfragen und die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, hinein zu fühlen und auch manchmal loszulassen. Ich glaube, es gibt bei dieser Frage eben kein falsch und kein richtig.
      Ich wünsche dir alles Gute

  6. Hey Stephi,

    schön von dir diesen Text zu lesen. Mir geht es gerade genauso. Habe mein Studium abgebrochen. Habe mich leer und leblos gefühlt. Jetzt sitz ich zuhaus bei meiner Mutter, hab den Drang körperlich zu arbeiten, in Gesellschaft zu sein, was zu schaffen, zu erleben – LEBEN.

    Ich weiß nicht wie. Einfach anfangen? Fühlt sich nicht richtig an im Moment… Hm. Ich höre auf mein Gefühl und durchlebe all die Emotionen die da kommen mögen. Vertraue darauf, dass sich der richtige Zeitpunkt offenbaren wird.

    Mein ganzes Leben schon habe ich dieses Verlangen alles aufzugeben – loszugehen. 18 Jahre Schule. Und jetzt…

    Ausrüstung? Brauch man das? Nen guten Rucksack und so vlt.

    Grüße 🙂

    1. Hallo,
      Hineinhorchen und fühlen sind genau die Dinge, die du brauchst. Bei mir kam oft ein Gefühl von Schmetterlingen im Bauch wenn ich mir vorstellte, einfach loszuziehen. Dadurch wusste ich, ich muss es wagen. Im Leben bereut man ja meist die Dinge, die man nicht getan hat.
      Was die Ausrüstung angeht, kann ich nur sagen, weniger ist mehr. Je nachdem wie du reisen willst, empfehle ich einen komfortablen Rucksack , der auch als Handgepäck durchgehen würde, evtl ein Zelt und Schlafsack…..mehr braucht es eigentlich nicht. Klar, kannst du dir die ganze Palette an Ausrüstung einpacken aber so wie es klingt, geht es dir in erstwr Linie auch darum Erfahrungen zu sammeln und dich weiter zu entwickeln, von daher würde sicher workaway und voluntieren gut zu dir passen.
      Sei lieb gegrüßt

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