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Reisen ohne Geld – die 5 häufigsten Leserfragen

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Alle Emotionen rund ums Reisen ohne Geld

Seit Oktober 2015 sind wir nun schon unterwegs und das fast ohne Geld aber wie fühlt es sich eigentlich an wenn man nichts mehr hat?  Was wäre wenn du den nächsten Tag nicht planen kannst weil du nicht weißt wo du sein wirst und wieviel Geld du zur Verfügung hast? Wie ist es wenn du dabei nicht allein bist und die Verantwortung für dein Kind hättest? Immer wieder erreichen mich genau diese Fragen und ich habe mich entschlossen, diese einmal zu beantworten und vielleicht auch das ein oder andere Vorurteil in Frage zu stellen. Vielleicht schockiere ich dich auch oder überrasche dich mit meinen Ansichten über das Leben und das Wie. In jedem Fall bekommst du die geballte Ladung an Emotionen rund um das Thema Reisen ohne Geld.


Reisen ohne Geld? Stimmt ja gar nicht

Oft bekomme ich zu hören, ich würde ja gar nicht ohne Geld reisen und damit den Leser in die Irre führen. Da gebe ich dir auch ein Stück weg recht. Es ist eine Frage der Definition. Ohne Geld reisen, bedeutet in unserem Fall dann doch eher ohne Ersparnisse. Trotzdem nutze ich den Satz Reisen ohne Geld weiterhin. Warum? Weil ich in der Regel immer nur Geld für den Moment habe, manchmal habe ich etwas bei Seite legen können aber oft auch reicht es nur für Heute und morgen? Ja, morgen ist ein neuer Tag, den ich weder planen kann, noch will. Jeden Tag versuchen wir uns mit dem Verkauf selbstgemachter Dinge über Wasser zu halten. Mal klappt es super und mal gar nicht gut. In jedem Fall kann ich unser Geld nicht einkalkulieren wie ich es mit Ersparnissen könnte. Wir müssen uns flexibel den Gegebenheiten anpassen und auch Pläne oder Wege zu verändern steht bei uns an der Tagesordnung.

Wofür brauchen wir eigentlich Geld?

Der teuerste Faktor für uns ist das Reisen an sich. Zu überleben ist gar keine so große Kunst aber weiter zu reisen ohne Geld ist die größere Hürde. Nicht alles lässt sich per Anhalter machen und nicht alles will ich auch auf diese Art und Weise bereisen. Manchmal soll es der Zug sein, der rostige Bus oder auch ein Motorrad Taxi. Unterkunft, Essen und Trinken kommen auch noch dazu. Ich kann sagen, dass wir wirklich gut im Sparen sind aber auch genauso gut im Geld ausgeben. Wenn wir genug Geld haben, gönnen wir uns auch mal was. Ich finde es wichtig, dass wir nicht nur knausern und uns auch mal etwas gönnen. Mal ist es ein Eis oder die Nudeln in Tomatensoße aber auch ein Kinobesuch oder Freizeitpark sparen wir uns gerne mal zusammen. Mal kommen ganz liebe Spenden von Lesern, die wir inspiriert haben und darüber freue ich mich dann immer ganz besonders. Hier erfährst du mehr über die Möglichkeiten uns zu unterstützen.

Mal Hand aufs Herz, wie sehr zerrt es an den Nerven, ohne Geld zu reisen?

Wer mich kennt, weiß dass ich in vielerlei Hinsicht auch mal den Hang zum Drama habe. Ich rede nicht davon, heulend in der Ecke zu sitzen und einen hysterischen Anfall zu bekommen aber ich sehe Probleme auch manchmal dort, wo sie kein anderer sieht oder sie manchmal auch gar nicht da sind. Manches Mal aus Intuition und manches Mal aus reiner Panik. Ich freue mich aber, dass all die Hürden auf dieser Reise dazu geführt haben, mehr Vertrauen in das Leben zu haben. Trotzdem kann ich nicht leugnen wie kräftezerrend es manchmal sein kann, ohne Ersparnisse/Geld zu reisen.  Es sind die essenziellen Fragen, die zerren. Der Schlafplatz oder das nächste Ziel und wie wir dahin kommen. Müssen wir lange sparen und wie werden unsere Einnahmen dort sein? Manchmal schaue ich mich einfach nur um und bin erstaunt darüber was ich tue und wo wir sind und manchmal habe ich Angst vor dem was ich tue und was das Leben noch für uns bereit hält. Natürlich könnte ich mir viele Nerven sparen wenn ich ein finanzielles Polster hätte aber auch ohne fühle ich mich berechtigt zu reisen.

Thema Reisen ohne Geld aber mit Kind im Gepäck, bist du irre?

Verantwortungslos und durchgeknallt sind noch harmlos für die Wortwahl der Kritiker.Vor einigen Jahren hätte ich auch so gedacht. In Deutschland habe ich einen Vollzeitjob in einer leitenden Position gehabt, Jannik war dafür täglich 10-12 Stunden im Kindergarten. Dafür hatten wir ein gewisses Maß an finanzieller Freiheit und Sicherheiten aber eines hatten wir nicht und das war Zeit. Ich wurde oft für meinen Lebensstil kritisiert, mein Kind so lange Zeit in die Fremdbetreuung zu geben und heute?  Heute leben wir das andere Extrem, wir haben kein Geld aber dafür ganz viel Zeit. Für mich gibt es einen entscheidenden Punkt, niemand anderes lebt unser Leben und was richtig oder falsch ist, entscheiden nur wir allein für uns. Ich werde nicht das Leben der anderen leben weil es jemand für richtig hält, genauso wenig möchte ich es anderen vorschreiben. Ich als Mutter will stets das Beste für mein Kind und ob ich damit richtig liege, erfahre ich eben erst am Ende oder auch gar nicht. Wir alle sind geformt aus unseren Erfahrungen.

Und was hat das Kind von einer Reise ohne Geld?

Ich werde oft damit konfrontiert wie egoistisch meine Reise ist und ja vielleicht ist sie das auch auf eine Art und Weise aber eben nicht nur für mich allein. Was hat Jannik von einer Reise ohne Geld und wie erkläre ich ihm, dass er gewisse Dinge nicht haben kann? Kurze Frage an dich, wie erklärst du deinem Kind eigentlich dass es die Schokolade xy nicht haben darf oder nicht in Badekleidung zum Rodeln kann? Wir haben die gleichen Situationen, nur weiter weg. Ich selbst komme aus einer Arbeiterfamilie und das Geld war eigentlich immer knapp bei uns. Als ich etwa 7 war, hat mich meine Mutter los geschickt zum Einkaufen. Sie war krank und hat mich gebeten von den letzten 5 Mark etwas einzukaufen, was für die letzten 4 Tage des Monats reichen sollten. Ich hatte keinen Schimmer was ich kaufen sollte und suchte vor Ort eine Lösung. Ich las also Zubereitungsanleitungen und Mengenangaben durch und überlegte hin und her. Zurück kam ich mit ein paar Tüten Instantsuppen, einer Packung Nudeln und Ketchup. Und auch wenn meine Mutter sicherlich gern etwas anderes gesehen hätte, habe ich die Aufgabe gelöst gehabt. Und genau das ist das, was ich Jannik mitgebe auf dieser Reise. Es gibt immer eine Lösung und keine ist am Ende falsch, solange wir uns darüber Gedanken machen und es versuchen.

Meine Botschaft nach draußen : Vertrauen in das Leben

Ich weiß, es ist aus der Ferne schwer vorstellbar aber es gibt das Urvertrauen. Als kleine Kinder haben wir es intuitiv und es schwindet mit jeder Enttäuschung. Ich weiß heute, mit 36 Jahren, was mein Sohn schon seit 6 Jahren weiß, alles wird gut. Und manchmal sind die Tage hart, wir erzielen keine Einnahmen und streiten uns vielleicht noch. Aber auch das ist in jeder Familie normal. Manchmal glaube ich, ich müsse ihn von allem bewahren und in eine Blase packen aber warum? Ist es nicht genau das, was Kinder aufs Leben vorbereitet? Sorgen zu haben und Ängste zu spüren aber auch aus diesen zu wachsen?  Niemand ist perfekt und viel zu lange glaubte ich, ich müsse das sein und es auch von Jannik erwarten. Auch wenn es nach der langen Zeit des Reisens immer noch die Momente gibt, wo ich nicht weiter weiß weil ich vielleicht Scheuklappen aufhabe oder einfach Angst, dass uns das Leben im Stich lässt, ich vertraue weiter. Denn für mich ist Vertrauen mein Auffangnetz. Wenn du nichts mehr hast, bleibt dir nur das Vertrauen und der Glaube an dich selbst und das Gute.

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Stephi
Alleinerziehend.Reisesüchtig.Freiheitsliebend.Alternativ.

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