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Von Penang nach Koh Phayam auf eigene Faust

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Von Penang nach Koh Phayam

Unsere Zeit in Malysia neigt sich dem Ende zu und wir machen uns auf den Weg von Penang nach Koh Phayam. Die lezten Monate in Malaysia haben mich unendlich viel gelehrt und mir viel Kraft gegeben. Erst hier habe ich viele Zusammenhänge von Vertrauen und bedingungslosem Geben und Nehmen verstanden. Ich habe gelernt Glück zu geben und es auch in Empfang zu nehmen. Erst hier habe ich verstanden dass wir alles erreichen können, was wir wollen, dass es sich immer lohnt seinen Traum weiter zu leben. Dass Hürden nur dafür da sind sie zu überwinden. Es ist nicht so dass ich es vorher nicht wusste aber ich habe die Kraft des Willens einfach nicht so mächtig eingeschätzt. Auf gehts in unser Weihnachtsdomizil und auf eine abenteuerliche Fahrt von Penang nach Koh Phayam.

Warum Wir viel öfter auf die Wünsche der Kinder hören sollten

Als wir von Penang nach Koh Phayam gestartet sind, hatte ich noch keinen Plan wie und wann wir ankommen. Klar war für mich nur, wir wollen die Insel vor Weihnachten erreichen. Denn Jannik hatte einen Wunsch, Weihnachten mit ein paar deutsche Bräuchen verbringen und das Wiedersehen mit seiner Freundin. Da ich mir bewusst war über die Freundschaft der beiden, war mir die Erfüllung dieses Wunsches sehr leicht gefallen. Als wir mit der Fähre von Penang aufs Festland übersetzen und ich eigentlich schon entschieden hatte, bis zur Grenze per Anhalter zu fahren, sieht Jannik die Züge. Und er entscheidet sich ganz klar für den Zug, lädt mich so gar zur Fahrt ein, um anschließend mit dem Zeitvertreib beim Weihnachtslieder singen das dopellte seiner Ausgaben wieder rein zu kriegen und so starten wir unsere Überfahrt sogar mit Plus. Wieder war es einer dieser kindlichen Entscheidungen, die uns positiv geprägt haben.

Zu Fuß über die Grenze und per Anhalter auf dem Motorrad

Als wir in Pedang Basar ankommen, verpassen wir knapp unseren Zug nach Hat Yai und der nächste ist der Touristenzug für den fünffachen Preis. So verlassen wir den Bahnhof und gehen die 1,5 Kilometer zur thailändischen Grenze zu Fuß. Das Bild ist jedoch so ungewöhnlich, dass ich bei der Passkontrolle ernsthafte Sorgen um unsere Einreise habe. Kennst du das Gefühl, wenn die Grenzbeamten deine Pass tausend Mal drehen, dich kritisch anschauen und dich mit Fragen löchern? Warum bist du hier und wo willst du hin? Wann willst du wieder ausreisen und wie? Warum hast du kein Visum? Puhhh…. Meine Nervosität steigt bis ins Unermessliche und dann endlich gibt es die Einreisestempel. Erleichtert marschieren wir weiter und werden gleich von einer Horde Minibusfahrer und Motorradtaxis angehalten. Ich habe fast vergessen wie aufdringlich sich das manchmal anfühlt in Thailand. Wir laufen weiter bis in den Ort rein. Unser Ziel ist die Bushaltestelle des Dorfes und die Hoffnung auf einen regionalen Bus, der uns erstmal nach Hat Yai bringt. Es beginnt zu regnen und so versuchen wir unser Glück per Anhalter. Ein alter Mann auf einem Moped hält und wir tuckern in Schrittgeschwindigkeit vorwärts. Wir erreichen den uralten Bus gerade noch rechtzeitig. Etwas über zwei Stunden brauchen wir bis nach Hat Yai, gemeinsam mit Bananenblättern, Datteln und jede Menge anderer Transportgüter. Dafür kostet uns die Fahrt aber gerade Mal 1,20 Euro.

Viel schneller als erwartet geht es von Penang nach Koh Phayam

Als wir dann am frühen Abend Hat Yai erreichen, hab ich eigentlich die Idee im Kopf ein Nachtdomizil zu finden und dann am Morgen per Anhalter weiter in Richtung Norden zu fahren. Jannik bittet mich darum, die Busse zu checken, denn er möchte wirklich wirklich gerne schnell auf Koh Phayam sein und mit seiner Freundin spielen. Na gut, denke ich mir. Mal sehen, ob es überhaupt einen Bus gibt, der Ranong so gar direkt erreicht. Und ja tatsächlich es gibt einen und es fäährt auch noch einer über Nacht. Der Preis ist am Ende so gar unter 10 Euro und wir erreichen den Pier in Ranong auch noch am frühen Morgen. Das heißt für Jannik nur noch einmal schlafen. Gekauft!  In den frühen Morgenstunden bei ANkunft dann das übliche Gerangel der Tuk Tuk Fahrer um die ankommenden Fahrgäste. Im Slalom geht es für uns durch die Masse. Ich muss gestehen, während ich das thailändische essens ehr vermisst habe, dieses Gerangel udn Belagern hat mir nciht eine Sekunde gefehlt. Warum wollen eigentlich immer alle wissen, wo ich hin will?

Nur noch ein kleines Stück bis in unser persönliches kleines Paradies

Es ist noch früh und wir machen uns auf den Weg zu Fuß vom Busterminal in Ranong zum Pier. Die Fähre wird erst in 3,5 Stunden fahren und Jannik genießt es eh grad mit dem Roller zu fahren, den er seit Penang wieder im Gepäck hat. Und was sind da schon 5 Kilometer? Na ja, irgendwie sind es mehr als ich annahm und so entscheide ich dann irgendwann, per Anhalter weiter zu fahren. Zu Janniks Begeisterung hält ein Pick Up und so stehen wir beide auf der Ladefläche und lassen uns den Wind um die Nase wehen. In den frühen Morgenstunden sind die Straßen noch leer und das bunte Treiben schläft noch gänzlich. Diese Fahrt ist für mich der perfekte Einstieg in unsere Zeit auf Koh Phayam, die kleine Perle in der Andameensee. Es tönt schon Bob Marley in leisen Klängen aus einem Auto am Pier und ja, das ist Koh Phayam. Dank der Mitfahrgelegenheit erreichen wir den Pier viel zu früh und man bietet uns das Speedboot an. Speedboot? Nein, das wollen wir nicht. Ich liebe die Fahrt auf dem langsamen alten Slowboot in dem hellen blau, das knattern der Motoren, liebe die Gespräche mit den anderen Mitreisenden, das ruhige Wasser und die Vorfreude auf die kleine Insel. All das ist für mich Koh Phayam, die totale Entschleunigung.

Für weniger als 15 Euro von Penang nach Koh Phayam

Wir freuen uns auf eine tolle Zeit, von der wir nie wissen, wann sie endet. Am Ende sind wir tatsächlich für weniger als 15 Euro und in weniger als 24 Stunden von Penang nach Koh Phayam gekommen. Ohne Plan und ohne Visum. Dass es so einfach wird, habe ich mir nie vorgestellt und ehrlich gesagt habe ich damit gerechnet, dass wir mindestens zwei Tage unterwegs sind.

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Stephi
Alleinerziehend.Reisesüchtig.Freiheitsliebend.Alternativ.

4 Comments

  1. Liebe Stephanie und Jannik..ich lese gerade euren Bericht in der der Bild der Frau und bin begeistert von EUCH. Von dir als Mutter das du dieses möglich machst für dich und deinen Sohn..diese Erlebnisse werden euch begleitet und ein Lächeln ins Herz zaubern egal wie alt Ihr nachher seid. .Ich wünsche Euch unbekannter Weise eine Zeit voller Wunder ,Lachen , Freude und Glück …kommt gut ins Neue Jahr. Herzlichst Anne aus Kiel 😉

    1. Liebe Anne,
      Hab vielen Dank fuer dein Feedback. Ich freue mich immer sehr ueber solch positive Resonanz und daas ich Menschen erreichen kann. Wir wuenschen dir auch fuer das neue Jahr alles Gute, Gesundheit und Glueck.

  2. Frohes Neues Jahr Ihr Zwei.
    Ich bin gerade mit meinem 4-jährigen in Hua-Hin und wir werden jetzt 6wochen allein durch Thailand reisen.
    Ich bin gerade über deinen Blog gestolpert und du sprichst mir so aus dem Herzen und der Seele.
    …der Wunsch nach Freiheit…ohne diese „deutsche Bewertung“…einfach ‚SEIN‘ können.
    Wir lieben es jetzt schon…aber JA ich hab auch ein mulmiges Gefühl so ‚allein‘ zu sein mit kleinem Kind- planlos aber mit offenem Herzen und einem Lächeln im Gesicht….und doch der dicke deutsche Zweifler gruselt in mir…
    Wie schön da deine Worte zu lesen-die mir Mut machen.
    Danke Danke Danke
    und alles erdenklich Liebe für euch und ganz viel Segen!!!!

  3. Liebe Stephanie, lieber Jannik : )
    auch ich habe euren Bericht in der „Bild der Frau“ gelesen und habe sofort mein Handy gezückt, um auf eurem Blog diese wunderbare Geschichte zu lesen. Ich bin wirklich zu Tränen gerührt, wie stark du als Mutter bist. Was für eine großartige Chance du deinem Sohn gibst, so wundervolle Eindrűcke und Erfahrungen zu machen. Ich träume so oft davon, einfach weg von zuhause. Das Leben endlich leben und die Welt kennen lernen. Viele würden sagen, „dass geht doch nicht, mit welchem Geld? „. Aber du zeigst allen, dass es geht. Als alleinerziehende Mutter und dass ist wirklich das größte Geschenk, was du deinem Sohn machen kannst. Ich wünsche euch noch ganz viel Spaß auf eurer Reise, viele wunderschöne Momente und Erfahrungen. Ganz liebe Grüße aus Hessen ☺️

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