AsienReisetagebuchWeltreise

Und plötzlich ist alles leer und ungewiss

Stephi17 comments2069 views

Und manchmal zieht es uns den Boden unter den Füßen weg

So lange ist es her, dass ich hier etwas geschrieben habe, soviele Fragen haben mich erreicht und so viele Dinge sind passiert, über die ich nicht schreiben konnte und nicht wollte. Als ich diesen Blog ins Leben gerufen habe, hatte ich ein Ziel. Ich wollte abseits des Mainstream Berichte und Geschichten schreiben, die dich berühren und inspirieren. Es ging mir nie darum, nur allein die Schönheit der besuchten Orte hervorzuheben. Ich wollte dich mitnehmen auf meine ganz eigene Reise, eine Reise voller Begegnungen. Eine Reise voller Schicksale, ungefiltert. Du solltest immer Teil meiner Gedanken sein, nicht weil ich dich beeinflussen wollte, sondern weil ich mich dir vorstellen wollte und meine Sicht der Dinge schildern wollte. Ich wollte auch die kindliche Perspektive hervorheben. Dass wir diese Reise vor über vier Jahren gestartet haben, war das größte Geschenk für mich und die Chance Jannik und mir ein Stück Leben einzuhauchen. Wir konnten fühlen, was andere fühlen, kamen an unsere Grenzen und wuchsen zig Mal über uns hinaus. Ich bin unendlich dankbar für all die Begegnungen und alles, was wir bis jetzt gelernt haben.

Aber was ist wenn ich es nicht mehr fühle?

Plötzlich veränderte sich alles. Was war passiert? Der Wunsch nach einer Homebase war groß. Wie konnte ich das ignorieren? Wir schufen uns die Homebase hier in Malaysia. Dort, wo wir von Anfang an ein Gefühl von zuhause hatten. Aber eines haben wir all die Zeit übersehen. Wie schwer es wirklich ist, sich niederzulassen. War ich zu naiv, zu glauben, wir können uns das bereichernde Gefühl des Reisens bewahren, egal an welchem Ort wir sind? Ich weiß es nicht. Als wir noch in Bewegung waren, waren wir oft erschöpft aber stets erfüllt. Eines fehlte uns aber beiden und das waren konstante soziale Kontakte. Die hatten wir doch hier? Zumindest hat es sich immer so angefühlt. Aber nun waren wir eben nicht mehr die Reisenden, wir waren hier, mit dem Versuch uns einen Alltag zu erschaffen. Und plötzlich kapieren wir wie schwer es ist, den Anschluss zu finden in einer Welt, die uns doch viel fremder ist, als wir annahmen. Vielleicht sind es auch wir, die sich dem nicht annehmen können?

Visabedingungen und was können wir tun?

Die Visabedingungen in Malaysia sind schwammig. Als Deutscher bekommst du 3 Monate Visum bei Ankunft. In den letzten 2 Jahren habe ich durch unsere Reisen über 20 solcher Einreisestempel angesammelt. Na klar, werde auch ich trotz allem Urvertrauen langsam nervöser. Mit dem Druck im Nacken, dass diese Reise jederzeit beendet sein kann und man uns zurück nach Deutschland schickt, versuche ich offen umzugehen. Ich bringe mich immer wieder ins Vertrauen aber ich kann es auch nicht gänzlich abschalten. Ein längeres Visum zu bekommen, ist in Malysia sehr schwer. Als Tourist ist man gerne gesehen aber LangzeitTourist eben nicht. Während ich lerne, mit dieser Sorge umzugehen, versucht sich Jannik einen Alltag zu schaffen, indem er Anschluss finden kann. Er besucht Thai Boxing, Jui Jitsu, Fussball und Rugby. Ausserdem besuchen wir dreimal die Woche ein Lerncenter für einheimische Kinder, wo ich voluntiere und englisch spreche mit den Kids. Doch es scheint, egal, was wir machen, wir kommen nicht wirklich an. Für die Einheimischen bleiben wir die Touristen und für die Ausgewanderten hier die “Eigenartigen”, weil wir so unterschiedliche Lebensansichten haben. Ich fühle mich wie in einer Sackgasse und überlege, wie es weiter geht. Das Leben hier hält soviele Hürden für uns bereit. Kann es da wirklich richtig sein? Ist es vielleicht doch der falsche Ort und ich habe mich getäuscht? Und dann schaue ich aus dem Fenster. Ich kann das Meer sehen, sehe die Fischerboote und verspüre wieder dieses Gefühl von Freiheit. Trotz all der Hürden und der Grenzen, die mir unsere Situation aufzeigt, fühlt es sich in diesen einen Moment so richtig an, hier zu sein.

Über Liebe, Schicksale und Einsamkeit

Es gibt ein Thema, das habe ich bislang verschwiegen, weil es für mich nicht spruchreif war. Seit nun zwei Jahren kenne ich hier einen Mann, der mir sehr ans Herz gewachsen ist. Er hat uns immer mit offenen Armen empfangen und war vermutlich auch nicht zuletzt der Grund, warum wir uns für Penang entschieden haben und hier dieses besondere Zuhause-Gefühl hatten. Sowohl Jannik als auch ich haben mit der Zeit gemerkt, dass die Abschiede immer schwerer wurden und die Abstände unserer Rückkehr immer kürzer. Für eine Beziehung war ich jedoch noch nicht bereit. Ich hatte doch einen Traum? Selbstbestimmt, die Welt entdecken. Passt da ein Partner rein? Und überhaupt, die kulturellen Unterschiede sind so gravierend. Bin ich bereit, diese Kompromisse einzugehen? Nein, ich war noch nicht soweit und deshalb war es auch nie Thema für mich, darüber zu schreiben. Doch die Dinge veränderten sich mit der Zeit. Dieser Mensch hat mir immer mehr meine eigenen Ängste gespiegelt und er hat eine Lücke in Janniks Leben gefüllt, die ich niemals füllen kann. Plötzlich war da sowas wie eine Vaterfigur für ihn da. Etwas, was er nie verlangt hat aber doch so sehr gebraucht hat. Eine männliche Bezugsperson, die eben anders als ich denkt. Wie konnte ich einen Menschen, der offenscheinlich so wichtig in unserem Leben geworden ist, weiter von mir stoßen? Was hielt mich davon ab, es einfach zu versuchen? Das Reisen hat mich so mutig gemacht aber in zwischenmenschlichen Beziehungen bin ich weiterhin so ängstlich und statt Gründe zu finden, warum es klappen könnte und es wert ist, die Gefühle höher zu bewerten, fand ich Gründe, warum eine Beziehunng zum Scheitern verurteilt ist. In diesen Momenten fühle ich mich so einsam.

Das Schicksal leitet uns in eine Richtung

Das Schicksal nahm mir die Entscheidung ab und plötzlich war alles anders. Eine ungeplante Schwangerschaft hat mein Lebensmodell gänzlich auf den Kopf gestellt.Damit hatte ich nicht gerechnet.Aus einer beginnenden Beziehung wurde plötzlich ein Familienmodell und eine Situation, die uns beide sehr nahe gebracht hat. Alle Zweifel waren weg. Unser Visum lief wieder einmal dem Ende zu und wir fragten uns wie wir nun mit der Situation umgehen sollten? Malaysia ist ein islamisches Land, mein Partner Moslem und Jannik und ich auf dem Touristenvisum, ich schwanger. Die Gestzeslage ist hier sehr kompliziert und der moslemische Anteil der Bevölkerung hat gesonderte Gesetze. Jetzt ging es auch darum meinen Partner zu schützen. Und so schien uns die einfachste Lösung, wir heiraten. Puh, damit tat mich ehrlich gesagt sehr schwer. Von eine “ich bin noch nicht soweit für eine Beziehung” zu einem “lass uns heiraten” vergingen gefühlt nur Sekunden. Ich hatte vorher eine eher komplizierte Sicht auf das Thema Ehe. Nichts, was mich jemals gereizt hat, egal mit welchem Partner. Zuviele Kompromisse und das Gefühl, einen Vertrag einzugehen, aus dem ich nicht rauskomme. Und wieder tat sich das Thema der Bindungsangst auf und die Frage, was habe ich denn zu verlieren? Jannik liebt diesen Mann und er liebt Jannik, ich liebe diesen Mann und er liebt mich und wir erwarten ein Kind. Wir bräuchten keine Angst mehr mit dem Visum zu haben, also was spricht eigentlich dagegen? Also taten wir es, und zwar dann auf dem einfachsten und schnellsten Weg. Wir nutzten den nächsten Visarun nach Thailand, um dort ganz unkompliziert islamisch zu heiraten. Das ist eine religiöse Zeremonie, die wir in Malaysia anerkennen lassen können, jedoch nicht in Deutschland. Somit ist das Problem, dass er in die Schussbahn gerät aus der Welt und wir können unter bestimmten Bedingungen ein Ehevisum für Malaysia beantragen. Doch dann wendete sich das Rad.

Und plötzlich ist da alles leer

Auch wenn die Schwangerschaft ungeplant war, haben wir es doch als ein Geschenk gesehen und uns riesig gefreut. Noch am gleichen Tag unserer Hochzeit bekam ich Schmerzen, strake Schmerzen und wir entschieden, ein Krankenhaus aufzusuchen. Dort dann nach langen Untersuchungen die Botschaft, das Herz des Kindes schlägt nicht mehr. Ich kann schwer beschreiben, was da durch meinen Kopf ging. Man riet uns bei Beginn der Blutungen zur Ausschabung zu kommen. Ich hatte es noch gar nicht wirklich verstehen wollen und die Ärztin spricht davon, das Kind rausschneiden zu wollen? Das konnte und wollte ich nicht. Ich schaute meinen Mann an und sagt “Nein”, wir gehen. Eigentlich wollten wir bereits am nächsten Tag weiter und Freunde in Thailand besuchen aber ich sagte alles ab und wir entschieden uns, in Hat Yai zu bleiben, wo das Herz unseres Babys aufgehört hat zu schlagen und abzuwarten, bis es selbst soweit ist zu gehen. Es folgten 10 Tage voller Schmerzen, physisch und psychisch, die ich eindeutig unterschätzt habe. Wir fühlten uns leer. Ich war ohnmächtig und hatte das Gfeühl, weiter funktionieren zu müssen, vor allem für Jannik, der bis dahin noch gar nicht wusste, dass er ein Geschwisterchen verloren hat. Dieses Gefühl hielt die nächsten drei Monate an. Wir sprachen oft über den Verlust und was er mit uns gemacht hat. Mein Mann und ich waren uns einig, es war ein Kinderwunsch entfacht aber diesmal wollten wir es planen, wir wollten Sicherheiten ansparen und vorbereitet sein. Die Zeit nach dem Verlust war die mitunter schlimmste meines Lebens. Etwas, was ich niemanden wünschen möchte und doch war es die richtige Entscheidung, mich gegen die Ausschabung zu entscheiden. Nur so hatten wir genug Zeit, zu verstehen und zu verarbeiten.

Die Zeit heilt alle Wunden

Während wir versuchten, unser Leben wieder aufzunehmen in Malaysia, rutschte ich immer wieder in depressive Zustände. Ich spürte wie schwer es mir fiel, den roten Faden wieder zu finden.Vor allem Jannik war derjenige, der mir durch seine Energie half, nicht den Boden komplett unter den Füßen zu verlieren. Und so rappelte ich mich langsam wieder auf als dann das Schicksall wieder zuschlug. Ein erneut poritiver Schwangerschaftstest in den Händen. Wie konnte das passieren? Ich meine, klar weiß ich wie Kinder entsehen aber es hätte in dem Zeitraum nicht passieren dürfen und da war dieses Gefühl von Ohnmacht wieder da. Ich wusste nicht, ob ich es meinem Mann sagen soll oder es verschweigen soll. Unsere natürliche Verhütug hat innerhalb so kurzer Zeit gleich zweimal versagt, dabei hat es doch sonst immer so gut geklappt. Dies war unser Regenbogenbaby, es war Schicksal und es scheint so, als würde eine Seele unbedingt jetzt zu uns wollen. Ich erzählte meinem Mann davon, Freudenstränen auch wenn es eine große Überraschung war. Die nächsten Monate waren geprägt von Ängsten, Zweifeln, Sorgen, permanenter Überlkeit und Freude. Und wieder kam ich viel zu oft in depressive Zustände. Neben den emotionaen Problemen, taten sich zudem auch noch soziale, wirtschaftliche und existenziezille Probleme auf. Plötzlich schien das Ehevisum ein Problem zu sein und Menschen, die ich als Anker sah, waren nicht mehr greifbar für mich. Ich fühlte mich von der ganzen Welt im Stich gelassen und die Frage, was soll mich diese Situation lehren? Wir kämpften mit Anwalt gegen die Auflagen der Ausländerbehörde hier, doch es ist nicht einfach. Die Regelung ist so, dass der malayische Ehepartner Sponsor für alle nicht malayischen Familienmitglieder sein muss und dazu muss er ein monatliches Mindesteinkommen von umgerechnet etwa 500 Euro vorweisen, in unserem Fall also mal zwei wegen Jannik. Das Grundeinkommen hier liegt aber bei 300 Euro. Mein Mann ist Straßenkünstler und somit fällt er als Sponsor aus. Es scheint also, dass das Ehevisum nur funktioniert wenn man sich in die besser verdienenende Gesellschaft einheiratet. Hinzu kommen noch kleinere weitere Hürden, die uns das Ehevisum unmöglich machen. Offiziell darf ich mit Touristenvisum gar nicht mehr im Land sein, denn dieses verbietet Schwangeren über den sechsten Monat hier zu sein. Plötzlich stehen wir vor dem Nichts, Ein Scherbenhaufen und die Frage, wo gehen wir hin? Wo kann unser Baby zur Welt kommen? Wo haben wir genug Zeit, alle nötigen Papiere zu bekommen? Und während ich mir den Kopf über die Möglichkeiten zerbreche und alle Szenarien einmal durchspiele, mich mit Organisationen und Botschaften auseinander setze, geht mein Mannn jeden Tag 12-14 Stunden arbeiten und versucht den finanziellen Aspekt abzudecken. Seine Anwesenheit fehlt mir und Jannik sehr und es wird immer schwerer sowas wie Familienleben zu genießen. Wir entfremden uns ein wenig und es kommt immer häufiger zu Reibereien, vor allem zwischen Jannik und ihm. Mir fällt es schwer, damit umzugehen. Ich weiß, ich bin am Zug. Eine Lösung muss her und auch wenn sich aus verschiedenen Gründen alles in mir sträubt, weiß ich doch, die einzige Lösung für uns ist Deutschland.

Ist unsere Reise nun beendet?

Auch wenn die Immigration hier sehr deutlich gemacht hat, dass wir als Touristen nicht mehr einreisen dürfen, werden wir es wieder mit neuen Pässen versuchen. Wir sind noch nicht soweit für eine Rückkehr, was bedeutet wir schließen es grundsätzlich nicht aus aber möchten es auch selbst entscheiden dürfen . In wenigen Tagen werde ich also hochschwanger mit Jannik den Flug nach Deutschland antreten. Während mein Mann noch hier bleibt und weiter versucht das nötige Geld für die Entbindungskosten aufzubringen, werden Jannik und ich wieder einmal in deutsche Luft schnuppern. Wir kommen als Touristen und werden uns nicht anmelden. Das hat verschiedenen Gründe. Demnach werden wir auch die Kosten für die Entbindung komplett selbst tragen müssen. Aus verschiedenen Gründen ist aber eine Rückkehr in die Krankenkasse nicht möglich. Wenn du zu dem Thema mehr wissen möchtest, schreib mich gerne an. Da ich bisher die ganze Schwangerschaft in Eigenregie erlebt habe, ist auch eine Alleingeburt nicht komplett ausgeschlossen. Allerdings ist es auch ein schwieriges Unterfangen mit vorangegangenen Kaiserschnitt. Sowohl Hausgeburtshebamme als auch Geburtshaus lehnen mich allesamt ohne medizinische Vorsorge und dem vorangegangegen Kaiserschnitt ab. Für mich war aber diese Schwangerschaft in Eigenregie so wertvoll und wichtig. Ich wollte keinen Arzt, der mir aufgrund meines Alters und anderen Indikatoren eine Risikoschwangerschaft diagnostiziert. EIner der Säulen dieses Lebensmodells ist Eigenverantwortung. Fast schon erschrocken darüber, dass aus vielen Ecken des engeren Kreises die Aussage kam, dann gehst du halt zurück und lässt dir vom Staat helfen. Es hat sich alles in mir gewehrt. Wie kann ich einem System den Rücken kehren aber gleichzeitig mich wieder dorthin retten, wenn es eben mal nicht gut läuft? Nein, das bin ich nicht und genau da wollte ich auch nie hin. Nach all den Rückschlägen, die wir in den letzten Monaten erleben mussten, bin ich dankbar dafür wieder ins Vertrauen zu finden. Ich weiß, dass wir auch diese Hürde meistern werden.

Und was passiert danach?

Wie es nach der Geburt des Babys weiter gehen wird, steht noch nicht ganz fest. Zunächst werden wir zurück nach Asien. Was aber langfristig passieren wird, wird sich dann ergeben. Deutschland ist nicht gänzlich ausgeschlossen aber auch ein Weiterreisen als ganze Familie ist denkbar. Vielleicht finden wir aber auch noch eine Möglichkeit mit dem Ehevisum hier und bleiben dann. Es bleibt also weiterhin spannend aber ich weiß genau, was immer uns die Zukunft bringen wird, es gibt gute Gründe dafür.

Du willst uns unterstützen?

es geht nicht um große Spenden. Weihnachten steht vor der Tür und viele tätigen den Weihnachtseinkauf über *Amazon. Mit einer Bestellung über meinen Link kannst du uns ganz indirekt unterstützen oder du buchst einfach deine nächste Reise über unseren *Booking Link.

Hier geht es zu unserer .Unterstütz-mich-Seite

Stephi
Alleinerziehend.Reisesüchtig.Freiheitsliebend.Alternativ.

17 Comments

  1. Mensch, da war bei euch ja richtig was los.

    Melde dich in Deutschland an und nutze das soziale Netz zur Geburt. Nicht wegen dir. Sondern weil du die Verantwortung für dein ungeborenes Kind trägst und für Jannick. Wenn dir was bei der Geburt passiert, weil du es im Alleingang versucht hast, ist er alleine und das ist Wichtiger als aller Stolz.

    Eine Freundin von mir hatte auch bereits einen Kaiserschnitt, es war sogar ein Notkaiserschnitt. Sie wollte die zweite Geburt unbedingt natürlich. Die Schwangerschaft war unauffällig. Bei der Geburt riss die alte Narbe an der Gebärmutter, das Kind schluckte Blut und starb. Die Mutter starb fast…. Einer Freundin, die eine ähnliche Vorgeschichte hatte, erzählte ich das. Sie wollte auch unbedingt eine natürliche Geburt. Bei der Geburt fühlte sich der Schmerz komisch an und sie drängte doch auf einen Kaiserschnitt. Und hinterher stimmten ihr die Ärzte zu, die Narbe war kurz vorm reißen.

    Versteh mich nicht falsch, natürlich muss das nicht passieren, aber das Risiko ist da. Und du hast einen Sohn, der dich braucht. Das Risiko zu verdrängen, heißt nicht, dass es nicht existiert. Also tu es für Yannick.

    Alles Liebe und Gute für Euch, Nina

    1. Danke dir für deine Anteilnahme. Die Risiken sind mir bekannt und ich gehe da auch nicht komplett sorglos ran aber ich vertraue eben auch darauf dass mein Körper das schaffen kann. Das Risiko habe ich im Hinterkopf und nicht zuletzt deswegen strebe ich auch die ambulante Geburt an. Das ist ein Kompromiss für mich zwischen selbstbestimmt und Sicherheit. Von vornherein jedoch einen Kaiserschnitt zu planen, kommt für mich nicht in Frage.

  2. Liebe Stephi

    Dein letzter Blog hat mich sehr berührt und tief angesprochen. Ich glaube und bin tiefer Überzeugung, dass der Sinn des Lebens das gefühlte und gelebte Leben selbst ist, um die sich gesetzten Erfahrungen zu machen. Das Problem ist nur, davon wissen wir bei der eigenen Geburt nichts mehr und entwickelt sich. Es wird einem nur soviel ‚aufgebürdet‘, wie ‚man‘ auch schaffen kann. Du bist eine Starke Frau mit dem Willen, genau dieses Leben bewusst zu leben.

    Gerne unterstütze ich dich in deinem Tun … nur der obiger ‚Unterstütz-Mich-Seite’ Link ist wohl vergessen gegangen. Daher die Frage, ob du mir eine Bankverbindung nennen kannst. Lieben Dank.

    Ich bin zur Zeit selber in der Situation, aus dem ‚System‘ auszusteigen, vorerst nochnin einem Jahresurlaub der Finding, mich dann dort zu engagieren, wofür mein Herz schlägt und reisen gehört dazu, Verbinden von Völker … nach 30 Jahren in einem IT Job, welcher gut war und seine Berechtigung hatte, ist mir so vieles bewusst geworden, um was es bei mir im Leben wirklich geht … ist ja für jeden unterschiedlich, da wir alle Individuen sind und jeder selber entscheiden kann und darf.

    Herzlichst und lieben Dank für deine berührende Offenheit und Zeilen
    Patrick

    1. Lieber Patrick,
      Ich danke dir von Herzen für deine lieben Aufbauenden Worte.. Ich denke ähnlich wie du.. Wir bekommen nur das aufgebuerdet was wir auch tragen können…
      Ich habe den Link eingefügt, sollte jetzt also klappen.

  3. Hallo liebe Stephi,
    puh, das hat mich gerade sehr berührt, was ich gelesen habe. Ich habe gerade selbst sehr tiefgreifende Erlebnisse gehabt, die an die Substanz gingen und kann deshalb gut mit dir fühlen.
    Nutze für deine Gesundheit und die deiner Kinder das soziale Netz in Deutschland. Wie schon von Nina geschrieben, es kann Yannick und dem Neugeborenen nur gut gehen, wenn es dir auch gut geht. Du darfst das annehmen, auch wenn es im Moment nicht deiner Idealvorstellung entspricht. Jedem sollte geholfen werden, wenn man in einer Notsituation steckt. Auch annehmen kann erlernt werden.
    Ich wünsche dir jedenfalls weiterhin ganz viel Kraft und dass du einen Weg finden wirst.
    …dein Schmuck auf etsy ist zu günstig, kannst ruhig das Doppelte nehmen, ist dann immer noch sehr günstig… und wenn ich das nächste Mal etwas bestelle, gehe ich über deinen Link.
    Alles Gute für euch alle.
    LG Vera

  4. Ach herrje. Das tut mir wirklich leid. Da könntet ihr doch eigentlich einen schönen Traum leben als Familie. Behörden sind wirklich schrecklich. Strassenkünstler, bzw. -verkäufer seid ihr ja alle. Ginge das nicht auch in einem anderen asiatischen Land bis eine Lösung sichtbar wird? Ich fühle mit euch und hoffe, dass ihr schnell eine gute Lösung für euch finden werdet. Alles Gute euch allen!

    1. Liebe Corinna,
      Hab vielen Dank. In einem anderen Land wäre zwar visatechnisch für meinen Mann möglich aber mit einem europäischen Pass ist es eben überall begrenzt für mich. Also wäre auch das wieder nur eine temporäre Lösung. Ich bin mir sicher wir werden den richtigen Weg fuer uns finden. Wie sagt man so schön, da, wo sich eine Tür schließt, öffnet sich auch wieder eine.

  5. Liebe Stephi, ich war oft immer Stille Mitleserin und von der ersten Minute deinen Mut bewundert und ich ich noch immer. Ich machte mir schon sorgen da ich auf Insta auch nichts mehr gelesen habe wollte dich schon vor einiger zeit anschreiben, dann dachte ich aber du kennst mich garnicht und vielleicht hast einfach keine Lust mehr auf Social Media. Dachte aber echt öfters wo seit ihr ob alles gut ist. Freue mich dass du wieder schreibst und deine Geschichte musste ich auch ein wenig über Tränen lesen, bist echt stark. Ich bin derzeit selbst in meinem Leben hin und hergerissen war selbst mit meinem Sohn 4 Monate letzten Winter in Asien und wir sind dann doch wieder zurück (Österreich) weil ich auch überlegt habe wie kann man in Asien bleiben. Auch wenn ich Online Arbeite ist es trotzdem schwer da zu bleiben wegen den Visa Problemen. Aber wie auch alle andern schreiben würde ich wenn ich in der gleichen Situation wäre wohl wirklich “ins System” versuchen zurück zu gehen. Dann kannst noch immer weg. Es muss dich enorm Kraft kosten und du musst an Janik auch denken und natürlich an das ungeborene Kind. (weißt du was es wird) warst du bei einer Untersuchung irgendwo oder garnicht. Klar geht auch alles alleine haben sie wohl vor vielen vielen Jahren auch nicht anders gemacht aber wir haben jetzt die Möglichkeiten die Zeiten haben sich geändert ,Du bist ja Deutsche Staatsbürgerin . Die Staatsbürgerschaft ist viel wert viele würden sich wünschen sie zu haben. Nimm deinen Mann einfach eine Zeitlang nach DE damit ihr euch wieder findet . Durch dich könnte er in DE arbeiten . Du bekommst bestimmt Unterstützung von einem Mutter Kind Haus. Kommt ein paar Monate zu Ruhe und dann könnt ihr noch immer los. Manchmal muss man leider seinen Stolz abgeben auch wenn man nicht ins System möchte aber es sind halt Kinder im Spiel. Ich denke bei mir ja auch als Single wäre alles einfacher und denke selbst jeden Tag hin und her wo es am besten für uns wäre. Ist es gut für Kind ständig wo anders zu sein oder verbauen wir ihnen die Zukunft. Ich bin selbst so oft umgezogen mit meiner Mutter in der Kindheit deswegen ist es wohl bei mir so dass ich keine Ruhe finde aber muss jetzt mehr an meinen Sohn denken und einfach halt auch mal durch und an einem Ort bleiben an den ich nicht möchte. Kannst dich gerne melden wenn du jemanden zum reden brauchst. Ich bin auf den Fall froh dass es euch gut geht soweit auch wenn ich euch nicht persönlich kenne.

    1. Liebe Rea ,
      Vielen lieben Dank für deinen Kommentar. Es bedeutet mir viel von deiner eigenen Geschichte etwas zu lesen. Ehrlich gesagt, ich weiß es noch nicht. Wo es wirklich fuer uns weiter geht. Nach all den Jahren in ” Freiheit” habe ich Sorge, dass ein Wiedereinstieg in das System zu einem Zeitpunkt, den wir selbst nicht gewählt haben, uns am Ende zur Flucht zwingt und die Situation vielleicht noch viel schlimmer macht. Jannik ist jetzt in einem Alter, wo richtungsweisend sich vieles entscheidet und gerade deshalb müssen wir das auch gut als Familie durchdenken, mit eben allen Konsequenzen.
      Liebe Grüße Stephi

  6. Zeit zum aufwachen, deine Geschichte ist der wahre Horror es ist Zeit Verantwortung für deine Kinder zu übernehmen und ihnen ein Leben zu ermöglichen.

    1. Sie ermöglicht Ihren Kindern bzw Ihrem Kind doch ein super Leben! Wer kann als Kind schon sagen bereits in dutzenden Ländern gewesen zu sein? Die Möglichkeit einen Schulabschluss oder ähnliches nachzuholen gibt es auch später noch. Ich sag mal so:die tollsten Dinge werden nicht in der Universität erfunden, sondern aus der reinen Neugierde.

  7. Hallo Stephi
    Irgendwann geht halt der Traum zu Ende,jetzt ist die Realität wieder da ,das Leben ist halt kein Wunschkonzert.
    Herzlich willkommen zurück in Deutschland und für Jannik viel Spass in der Schule.
    Immer wieder habe ich gelesen wir wollen das ,ne du und nur du wolltest das freie Leben ,dein Sohn wurde mitgeschleppt.
    Dennoch alles gute .

    Eine spiessige 2 fache Mutter,die glücklich hier in Münster ist.

  8. Liebe Stephi,
    Ersttmal möchte ich dir von ganzen Herzen sagen, wie toll Du bist und das ich mich sehr für Deine Schwangerschaft freue. Ich gehe mit Dir ins Vertrauen, dass es eine gute Geburt wird. Sich selbst zu vertrauen, ist dabei das Wichtigste und das du nicht aufhörst, dass zu tun ist enorm stark. Höre weiter auf Dein Herz und vertraue Deinen Erfahrungen- das ist das Wichtgtiste. Das Du dabei nicht in den Widerstand gehst, ist ebenso stark.ich kann allzugut verstehen, warum Du nicht ins deutsche System zurück gehst, immerhin würde das fürJannik die Schulpflicht bedeuten. Frei lernen zu dürfen und einem zu ermöglichen das zu tun, ist enorm wertvoll und wie ich finde, wichtig. Ich werde dich fleissig weiter darin unterstützen, indem ich meine Unterkünfte über Deine Links buche- mehr kann ich leider nicht, da ich mit meinem Sohn selber gerade knapp lebe, aber es ihm ermögliche, in der Welt frei zu leben und sie zu erleben, solange wir können. Naja und eigentlich hatte ich gehofft, dich treffen zu können, da wir gerade auf Langkawi sind und bald nach Penang rüberfahren.
    In Liebe und Doppeldaumen hoch, Tanja

    1. Liebe Tanja,
      Wie schön von dir zu lesen. Ja, ich hätte mich auch sehr gefreut, Rich zu treffen. Aber wer weiß, Vielleicht haben wir nochmal die Chance dazu an einem anderen Ort zu einer anderen Zeit. Tausend Dank für dein Feedback und deine Unterstützung.
      Ganz liebe Grüße und euch weiterhin eine fantastische Reise
      Stephi

Leave a Response