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Welches Alter ist das beste Reisealter

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Das beste Reisealter

Das beste Reisealter ist bitte wann genau oder gibt es das beste Reisealter gar nicht?

Reisen mit einem Baby geht nicht, da es zu zart, zu zerbrechlich, zu bedürftig ist? Reisen mit einem Kleinkind ist viel zu anstrengend? Reisen mit einem älteren Kind reißt es brutal aus seinem gewohnten und sozialen Umfeld heraus? Teenager haben sowieso keine Lust auf Irgendetwas? Und sowieso – für die Eltern ist Reisen mit Kindern purer Stress? Aber was ist denn nun das beste Reisealter? Gibt es überhaupt „das“ beste Reisealter?

Wir, die ihre Kinder mit auf Reisen nehmen, beweisen dass Reisen mit Kindern funktionieren. Jedes Alter hat seine Besonderheiten, „Vorteile“ und „Nachteile“ – und ganz gewiss gibt es nicht „das“ beste Reisealter!

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Reisen mit einem Säugling

Glaubt man dem Internet, ist das Reisen mit einem Säugling/Baby das angenehmste, ja fast das einzig mögliche und beste Reisen mit Kindern.

  • Säuglinge sind tatsächlich angenehme Reisepartner. Sie schlafen viel, brauchen noch keine Mahlzeiten (und kriegen somit auch keine Magen-Erkrankungen) und bewegen sich noch nicht besonders viel. Sie sind leicht und können problemlos den ganzen Tag getragen werden (Tragetuch, Arm, Tragehilfe)
  • Man sollte vermutlich nicht bereits vor der Geburt eine Reise für die ersten Monate nach der Geburt planen. Eventuelle Dreimonatskoliken, sich an das Leben als Familie und mit Baby zu gewöhnen, sprechen dagegen.
  • Man braucht Unmengen an Windeln. Stoffwindeln auf Reisen können sehr unpraktisch aber nicht unmöglich sein. Windelfrei ist immer super. Achtung: andere Länder haben häufig andere Ansprüche an Windeln!  Ausschlag und andere Hautreizungen können die Folge sein.
  • Eine Babydecke ist wichtig. Ein Kinderwagen ist praktisch, um das Kind auch einmal „abzulegen“, besonders wenn es etwas kälter ist.
  • Wie immer geht nichts über das Stillen. So hat man Essen immer und überall dabei. Wer auf Flaschen angewiesen ist, hat es da schwerer: Flaschen abkochen, sauberes Wasser zubereiten, ist in Hotels, Ferienwohnungen und manchmal Restaurants machbar. „Backpacken“ wird dadurch sehr erschwert. Es gibt aber inzwischen relativ leichte Multifunktionsgeräte, die Flaschen desinfizieren und Milch erwärmen.
  • Spielsachen sind in diesem Alter zum Glück noch nicht notwendig!
  • Sehr kleine Babys sind mit dem Tages- und Nachtrythmus noch sehr flexibel, das heißt, nachts reisen oder spät abends noch in das Restaurant oder auf einen Nachtmarkt dürften kein Problem sein.
  • Jedes Baby ist anders! Manche sind mit einem halben Jahr noch stumme und glückliche Beobachter, die fast den ganzen Tag schlafen, andere wollen in dem Alter schon Zugabteile und Museen krabbelnd erkunden und verlangen ununterbrochene Bespaßung!

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Krabbel- und Lauflernalter

Manch einer mag es als besonders anstrengend empfinden, manch einer als angenehme Abwechslung zum voran gegangen Tragen. Ob es nun das beste Reisealter ist, entscheidet jeder für sich selbst.

  •  Krabbel- bzw. Lauflernkinder können sich endlich fortbewegen und wollen dies üben! Egal, ob in Zügen, Restaurants, Flugzeugen, Hostels, Städten. Sie brauchen dabei meist Beobachtung und stete Hilfestellung, da man auf Reisen leider selten komplett babysichere Umgebungen antrifft. Eltern brauchen Geduld.
  • Die Windelsituation ist noch wie gehabt.
  • Das reine Still- oder Fläschchenalter ist vorbei. So richtig das, was wir essen, können sie aber auch noch nicht. Bei Couchsurfern, in Ferienwohnungen und Hotels kann man sich Brei zubereiten (lassen), ansonsten kann das allerdings ein Problem werden.
  • Viele Restaurants bereiten gerne eine simple Gemüsesuppe o.ä. vor, dies kann aber je nach Land an sprachlichen oder kulturellen Unterschieden scheitern. In vielen Ländern gehört Salz, Zucker, Fleisch und Milch in jede Babykost, selbstgemacht oder im Gläschen.
  • In manchen Ländern will man vielleicht die einheimischen Beikost versuchen – eine thailändische Reissuppe schmeckt wirklich lecker.
  • Und zur Not: So wie unsere Vorfahren. Das eigene Essen klein kauen und dann bei dem Kind in den Mund. Funktioniert super!
  • Seid locker und seht die Welt aus den Augen eures Kindes: die ganze Welt ist ein Spielplatz. Krabbelt gemeinsam Treppen herauf, spielt Fangen im Supermarkt, sammelt Steine auf einer Wanderung, lasst es in Museen laufen lernen!
  • Ab diesem Alter können einige Spielsachen nützlich sein, sind aber nie ein Muss!
  • Dass das Kind nicht mehr ewig im Tragetuch/Kinderwagen bleiben möchte, aber noch nicht gut alleine stehen kann,  erfordert manchmal Kreativität. Da kann ein Toilettengang oder das Gepäck verstauen schon mal ein großes Hindernis sein.

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Kleinkinder

Glaubt man dem Internet sind Reisen mit Kleinkindern die anstrengendsten und nicht zu empfeheln. Ob es für Kleinkinder das beste Reisealter ist, wagen viele zu bezweifeln aber wir sind da anderer Meinung.

  • Das Wickelalter ist bei einigen Kleinkindern schon vorbei und im Rucksack ist mehr Platz für andere Dinge, 2 Notwindeln und Wechselklamotten für etwaige Unfälle reichen da aus. Das Gepäck ist deutlich leichter geworden!
  • Auch das Breialter ist durch – Nun isst das Kleinkind schon fast alles, was ein Erwachsener isst.
  • Die Kommunikation funktioniert besser. Das Kleinkind versteht meistens, was man möchte. (Ob es dies allerdings auch umsetzt, ist eine andere Frage)
  • Es lässt sich auch leider nicht mehr so gut ruhig und bei Laune halten…
  • Achtung Autonomiephase! Das Kleinkind entdeckt seinen eigenen Willen und sichert sich somit sein ganz persönliches Überleben, welches nur manchmal mit den Vorstellungen der anderen kollidiert. Jeder muss für sich selbst eine Lösung finden, sollte dieser aber stets treu bleiben. Egal ob im Zelt, Hotel oder beim Couchsurfing.

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Das Kindergartenalter

Kinder in diesem Alter gehören laut Aussagen im Internet und der Reiseveranstalter in große Feriendörfer wie Centerparcs oder Hotelanlangen mit Dauerbespaßung und Gleichaltrigen. Ist das wirklich so oder ist gerade hier das beste Reisealter zu finden?

  • Kindergartenkinder haben eine ungeheure Energie und Wissensdurst, Bewegung und Wissensberieselung sind ein MUSS. Natürlich würde sich da ein Bauernhofurlaub anbieten, aber genauso eine Bergwanderung, Dschungeltrekking oder eine Kayaktour.
  • Das Gepäck wird wieder ein wenig mehr, da nun Spielzeug mit „muss“ (laut Kind). Ein guter Kompromiss: So viel Spielzeug einpacken, wie das Kind selber tragen kann, wenn man unterwegs ist. Spätestens nach einer Woche lernt es, auszusortieren und nur zu behalten, was wirklich wichtig ist.
  • Das Programm spaltet sich immer mehr auf in „für das Kind“ und „für Mama/Papa“, Kompromisse könnten schwieriger werden.
  • Es bestehen nun klarere Vorstellungen von dem, was das Kindergartenkind will und vor allem was es nicht will, auch ein „mir ist langweilig“, bekommt man nun mal häufiger zu hören.
  • Das Verständnis und die Zusammenhänge für fremde Kulturen und andere Sprachen ist nun viel ausgeprägter und auch ein bewusstes Interesse für neue Sprachen zeichnet sich langsam ab.
  • Das Sozialverhalten ist in diesem Alter oft schon so positiv geprägt, dass man viel weniger auf die Umgangsformen und -handlungen achten muss.
  • Die Angst vor Gefahren ist nicht mehr so ausgeprägt wie zu Kleinkindzeiten und es schadet gewiss nicht, ab und an mal an die Sicherheit zu erinnern, wenn der Nachwuchs zum 10. Mal den Baum in 5 Meter Höhe erklimmen will.

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Das Schulalter

Kinder im Schulalter haben schon ihre ganz eigenen Vorstellungen von Urlaub aber haben sie auch das beste Reisealter erreicht? Sie wollen in die Entscheidungen mit einbezogen werden und verstehen auch in fremden Ländern schon gut die Zusammenhänge. Ist das vielleicht das beste Reisealter?

  • Das Kind geht auch mal seine eigenen Wege und stellt deutlich intensivere Ansprüche an Spielgefährten.
  • eine größere Selbstständigkeit verschafft den Eltern in diesem Alter auch deutlich mehr Freizeit und so werden selbst Langstreckenflüge irgendwie zum Wellnessprogramm.
  • Ein Museumsbesuch, besonders wenn es Mitmachaktionen hat,kann nun ein Abenteuer für die ganze Familie werden und dort gelerntes bleibt im Kopf gespeichert, so funktioniert Bildung und Beschäftigung gleichermaßen.
  • Kinder im Schulalter haben bereits ein gutes soziales Netz und vermissen dieses auch mal im Urlaub. Besonders wenn grad Gegenwind aufkommt, können sich die Eltern mit kindlicher Unzufriedenheit auseinander setzen.
  • Man kann den Kindern in diesem Alter auch mal besondere Verantwortungen anvertrauen, es zur Rezeption, alleine zum Einkaufen nebenan oder zum Essen bestellen schicken. Das stärkt das Selbstbewusstsein und schult gleichzeitig den Umgang mit fremden Kulturen.

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Teenageralter

Teenies sind eine ganz eigene Kategorie. Oft mit vielen Dinge unzufrieden und gelangweilt, schickt man sie besser alleine mit anderen Pubertierenden auf Gruppenreise. Oder man findet eben Gemeinsamkeiten und stellt am Ende vielleicht fest, es könnte das beste Reisealter sein.

  • Teenager führen im Grunde schon ihr eigenes Leben, sind komplett im Abnabelungsprozess und  Freunde haben oft den gleichen oder gar einen höheren Stellenwert als die Familie. Man sollte für eine längere Reise diplomatisch planen.
  • Die Teenager bringen sich nun auch aktiv in die Planung mit ein und helfen bei der Organisation, so wird bereits die Vorbereitung zum Familienevent.
  • In einer Großfamilie mit geringen Atersunterschied und harmonischen Miteinander wird eine Reise mit Teenagern problemlos verlaufen, weil die Kinder sich untereinander haben, um auch mal zu rebellieren. Wenn das nicht so ist, könnte ja auch erwägt werden, den besten Freund/die beste Freundin mitzunehmen. Euer Teenager wird euch das noch in 30 Jahren danken.
  • Konflikte in diesem Alter sind wichtig und gehören dazu, aber im Urlaub können sie manchmal zu Zerreißprobe werden. Eltern dürfen nie vergessen, es sind junge Erwachsenen und als solche wollen sie auch behandelt werden. Ein respektvoller Umgang schafft oft Abhilfe.
  • Volle Verantwortungsbereiche können nun übertragen werden, Gepäck allein einchecken, Zimmereservierung in fremder Sprache abfragen, Einkaufen oder den Zimmerservice rufen.
  • Die Eltern können auch mal alleine los ziehen, während der Teenager Land und Leute auf seine eigene Art erkundet oder einfach nur am Strand liegt und Postkarten an alle daheim gebliebenen Freunde schreibt. Vielleicht ist genau das ein Grund für das beste Reisealter?

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Fazit oder gibt es wirklich das beste Reisealter?

Jedes Alter hat seine Vor- und Nachteile und das beste Reisealter gibt es unserer Meinung nach nicht. Wenn wir in allen Lagen uns flexibel den Gegebenheiten anpassen, denn das erwarten wir ja tagtäglich auch von unseren Kindern, dann könnt ihr als Familie einen tollen Urlaub verbringen, egal ob im Centerparcs, an der Nordsee, auf einer Safari, Kreuzfahrt, Inselhüpfen oder beim Zelten.

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Ein gemeinsamer Artikel von Steffi und Nina F.

Besten Dank auch an alle Interviewpartner zu dem Thema „das beste Reisealter“. Haben wir noch etwas vergessen? Bist du vielleicht anderer Meinung als wir oder bestätigst das ein oder andere Reisealter? Welches Alter ist für dich das beste Reisealter mit Kindern? Hast du eine Meinung oder eine Frage zum Thema das beste Reisealter? Dann schreibe es uns in einen Kommentar.

 

Das beste Reisealter? Wenn Bilder sprechen können…..

 

Interessante Linksammlung zum Thema Reisen mit Kind

Ob die folgenden Links das beste Reisealter heraus filtern, kann ich nicht versprechen, aber sie spiegeln einmal mehr wieder, dass es vermutlich das beste Reisealter nicht gibt. Vielmehr setzt sich das beste Reisealter aus verschiedenen Faktoren zusammen, die individueller Natur sind.

Mit Baby auf Weltreise

Mit Kleinkind reist man langsamer

Australien mit einem 5jährigen

8 Familienblogger geben Tipps zum Reisen mit Kindern

Chinarundreise mit Schulkindern

Ein Artikel von Marco Polo zum thema Reisealter

Ein Interview mit einer dreifachen Mutter von Teenagern

Stephi
Alleinerziehend.Reisesüchtig.Freiheitsliebend.Alternativ.

5 Comments

  1. Das habt ihr aber schön zusammen getragen. Bin grad durch Zufall hier gelandet und Mutter von drei Kindern und finde den Beitrag wirklich sehr gelungen. Man merkt total, dass ihr euch gut mit dem Thema auseinander gesetzt habt.
    Und das obwohl ihr ja scheinbar beide nur kleine Kinder habt. Respekt!!!
    Sandy

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