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Geldfrei leben Tag 1

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Du bist dabei!

Schön, dass du da bist. Grad erwacht und hungrig? Was siehst du in deinem Kühlschrank? Also bei mir ist nichts, aber der Obstkorb bietet mir noch 10 Äpfel und wenn ich diese mit meinem Sohn teile, hätten wir für die nächsten drei Tage jeder 3,3 Äpfel pro Tag oder ich faste einfach und überlasse ihn meinen Anteil. Drei Tage fasten, sollte ja kein Problem sein.

Aber zurück zu dir. Wenn du also noch was zu essen übrig hast, dann freue dich und teile es dir bewusst ein. Das Portemonnaie inklusive aller Karten solltest du an einen geheimen Ort legen und für die nächsten drei Tage nicht anrühren, denn wer Geld in der Tasche hat, fühlt immer eine gewisse Art von Sicherheit und genau das willst du ja mal drei Tage lang nicht.

Heute ist Mittwoch, das bedeutet bei mir und in vielen anderen Orten Markttag! Und ob du es glaubst oder nicht, auf den Wochenmärkten landet pro Stand am Ende des Tages oft eine grüne Kiste im Müll, also warum nicht einfach mal mutig sein und um eine Spende bitten? Erzähle deinem Gegenüber doch einfach von deinem Vorhaben und dem Idealismus dahinter und selbst wenn 9 von 10 dir nichts geben, wirst du gewiss nicht mit leeren Händen gehen.

Eine weitere Möglichkeit ist das schon oft erwähnte Portal von Foodsharing. Die Idee dahinter ist das Vermeiden von Verschwendung. Essen gehört nicht in den Müll und selbst ein zuviel gekochtes Mittagessen landet oft bei Fremden. Auch hier kannst du Mut zeigen und einfach mal in einer der vielen Gruppen von Foodsharing nach Essen fragen oder einen der Fairteiler aufsuchen und dein Glück versuchen.

Für ganz Mutige gibt es natürlich noch das Containern, was wohl die meiste Überwindung kostet, denn das bedeutet, du durchwühlst die Mülltonnen der Supermärkte, was nicht ganz legal ist. Es wird dich aber sicher niemand dafür anzeigen.

Es lohnt sich auh oft Abends bei den kleinen Bäckereien zu fragen.

Und was denkst du eigentlich über Wildkräuter? Hast du gewusst, dass Brennessel zum Beispiel in der Pfanne fast wie Spinat schmeckt und es kostet keinen Cent. Raus in die Natur und am besten die jungen Blätter schnappen, aber mache einen großen Bogen um die Hundeauslaufflächen 😉 Gänseblümchen und Löwenzahn lassen sich auch gut mal zwischendurch knabbern.

Ein weiterer Tipp von mir ist, gehe offen mit dem Thema um. Was spricht dagegen, Kollegen und Freunden davon zu erzählen? Das erspart unnötige Erklärungen,wenn du den anderen nicht in die Kantine folgst und bringt dir vielleicht ein Stück Kuchen ein. Sicher wird es auch einige geben, die das belächeln, aber so ist es ja immer im Leben. Versuche einfach über den DIngen zu stehen.

Falls du sonst mit dem Auto zur Arbeit fährst, überlege doch mal, ob du den Weg auch zu Fuß oder mit dem Rad bewältigen kannst. Die frische Brise am Morgen wird dir gefallen und ein neues Bewusstsein in dir wecken. Und wenn der Weg aus eigener Kraft nicht machbar ist, kann dich vielleicht ein netter Kollege mitnehmen.

In jedem Fall genieße heute deinen geldfreien Tag und ich denke an dich. Nicht vergessen, nach Verzicht kommt Bereicherung.

 

 

 

 

 

Stephi
Alleinerziehend.Reisesüchtig.Freiheitsliebend.Alternativ.

2 Comments

  1. Hi,
    ich wollte nur malkurz von meinem Tag berichten. Ich bin hungrig zur Arbeit, war hungrig den ganzen Tag und bin auch hungrig nach Hause. Ich schaffe es einfach nicht, mich zu überwinden und nach essen zu fragen. Vermutlich werde ich die nächsten Tage einfach nichts essen. Ich finde es aber sehr erschreckend, wie dominant auf einmal der Hunger ist. Überall habe ich essen gesehen und wollte jedem seine Stulle stehlen.
    In diesem Sinne, macht es jut
    Kristof

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