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Über die Friendship Bridge von Hpa-An nach Thailand

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von Hpa[An nach Thailand

Von Hpa-An nach Thailand auf dem Landweg

Unsere Reise in Myanmar neigt sich dem Ende zu und wir planen den Landweg von Hpa-An nach Thailand über die sogenannte Friendshipbridge. Myanmar hat uns berührt und ich bin dankbar für die vielen tollen Momente, die uns in Myanmar begegnet sind. Mit Hpa-An hatten wir einen perfekten Abschluss und nun gilt die Herausforderung, mit den letzten Talern das Land zu verlassen. Der eigentliche Plan, die Strecke von Hpa-An nach Thailand per Anhalter zu fahren, scheitert am Wetter. Es regnet und die Vorstellung eventuell mehrere Stunden im Regen mit Kind und Gepäck auf der Straße zu verbringen, gefällt mir nicht wirklich.

Mit dem Share Taxi von Hpa-An nach Thailand

So prüfe ich quasi auf letzter Minute alle Möglichkeiten, denn wir müssen das Land verlassen. Unser Visum für Myanmar ist beendet und jeder weitere Tag in diesem Land würde uns Geld kosten, was wir nicht haben. Da es grad keine Hauptsaison ist, fahren auch keine Busse zum Grenzübergang bei Myawadday. Ein Einheimischer erzählt mir, es gäbe einen Weg mit dem Bus über drei Ecken, doch diese Möglichkeit ist zu zeitaufwendig für uns. Die einzige Möglichkeit noch heute den Grenzübergang zu erreichen, ist ein Shared Taxi. Ich habe Glück und treffe auf einen netten Fahrer, der Janniks Sitzplatz nicht berechnet und so reicht unser Geld noch von Hpa-An nach Thailand. Die Strecke dauert 3 Stunden und kostet uns netterweise nur 10.000 Kyat (ca. 6 Euro).

Wunderschöne Landschaft von Hpa-An nach Thailand

Die Fahrt ist geprägt von Regengüssen und wunderschäner Landschaft, die sich der Regendusche erfreut. Verglichen mit den bisherigen Fahrten in Myanmar ist diese Fahrt doch tatsächlich sehr entspannt. Vermutlich gerade wegen dem Regen. Wir erreichen den Marktplatz bei Myawadday am Nachmittag und gehen den Rest zu Fuss zum Grenzübergang über die Friendhip Bridge. Ich kann es nicht wirklich beschreiben aber jeder Schritt, den ich näher an die thailändische Grenze komme, ist bewegend für mich. Auf der einen Seite will ich Myanmar nicht verlassen, nicht jetzt, ich habe noch so viele Fragen und auf der anderen Seite freue ich mich auf Thailand, auf Freunde und Vertrautheit sowie die Gewissheit, dass wir uns auch mit fast keinem Geld dort zurecht finden. Myanmar war eine extreme Herausforderung für uns und Thailand wirkt wie eine Befreiung von finanziellen Ängsten.

Auf der Friendship Bridge mit einem Bein in Myanmar und dem anderen in Thailand

Jannik liebt das Spiel mit einem Bein in dem einen Land und mit dem anderen Bein in dem anderem Land zu stehen. Ich blicke nochmal zurück, bleibe stehen, lasse die Momente nochmal Revue passieren. All die Fragen, die ich hatte, die nur zu einem Bruchteil Antwort fanden, all die Emotionen, die aufkamen, die Ängste und die Freuden. Ich habe in diesem Land viel über mich selbst gelernt, bin erneut an meine Grenzen geraten und habe Entscheidungen getroffen, die schon lange überfällig waren. Ich weiss, dass Myanmar etwas in mir bewegt hat, was ich noch nicht wirklich in Worte fassen kann. Dieses Land hat mich mehrfach auf den Boden gezogen und im nächsten Moment hoch fliegen lassen, hat nicht nur meine Ideale sondern auch mein Weltbild hinterfragt. Ein letztes Mal drehe ich mich um und ich weiss, es wird der richtige Zeitpunkt für uns kommen für ein Wiedersehen.

Thailand erwartet uns

Jannik zieht an meinem Arm….Mama, wir sind dran, gib mir die Pässe….meine Gedanken werden abrupt unterbrochen und schon sind wir durch den Grenzübergang. Keine Fragen vom Grenzbeamten. Ich bin erstaunt wie schnell hier alles geht. Normalerweise ist der Granzübergang zu Thailand in unserer Erfahrung mit einem hohen Zeitfaktor verbunden. Hier, in Myawaddy scheint es anders zu sein. Vielleicht ist es auch nur eine Momentaufnahme oder es kommt mir durch meine vorangegangenen entschleunigten Gedanken einfach nur wahnsinnig schnell vor. Kaum haben wir thailändischen Boden betreten, stürmt man wieder auf uns zu. Taxifahrer, Tuk Tuk Fahrer und Motorradtaxifahrer buhlen um uns. Ich merke immer wieder wie mich solche Momente unter Druck setzen und so entziehe ich uns ihnen.

Und weiter geht unser Weg auf der Suche nach dem Bus

Der Regen hat bereits aufgehört und wir spazieren erstmal ein wenig, lösen uns von der Traube aus Menschen um uns herum. Auf der Suche nach der günstigsten Möglichkeit von Mae Sot nach Tak zum Busbahnhof zu kommen. Fuer 80 Baht (ca. 2 Euro ) geht es nun mit dem Localbus in 2 Stunden nach Tak. Dort geht es dann am frühen morgen um 6:15 Uhr weiter mit dem Bus nach Chiang Mai. Das Ticket kostet hier 230 Baht (ca. 5 Euro) und auch hier haben wir Glück, dass Jannik nochmal den Kinderbonus bekommt. In Thailand wird die Kinderpreisgrenze an die Größe gekoppelt und so haben etwas größere Kinder einen Nachteil. Aber da Jannik bereits schläft als ich die Tickets kaufe, schätzt ihn die Ticketverkäuferin auf unter 1,20 m.

Das Schicksal meint es gut mit uns

Während ich Nachtwache halte und ein paar Armbänder knüpfe, kommt eine kleine Touristengruppe aus Polen, die am nächsten Morgen nach Myanamr reisen. wir kommen ins Gespräch und ich teile meine Erfahrung und bevor sie sich verabschieden, kaufen sie noch jeder ein Armband bei mir. Ich nenne es Wink des Schicksals, denn tatsächlich hätte unser Geld nicht mehr für ein vernünftiges Frühstück gereicht. Genau für dies Art von Hilfe des Universums bin ich so unendlich dankbar und du kannst dir sicher Janniks Gesichtsausdruck vorstellen als er am Morgen statt des obligatorischen Haferbreis, den ich eigentlich immer im Gepäck habe, ein Sandwhich bekommt.

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Stephi
Alleinerziehend.Reisesüchtig.Freiheitsliebend.Alternativ.

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