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Von Kuala Lumpur nach Singapur, ein Höhenflug der Gefühle

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Singapur

Von Kuala Lumpur bis nach Singapur

Unsere Reise geht weiter, von Kuala Lumpur bis nach Singapur mit dem Reisebus. Und auch wenn es möglich ist natürlich machen wir diese Strecke nicht am Stück. Ich will nach Melaka, einem weiteren Kulturerbestandpunkt. Und so fahren wir mit dem Bus die dreistündige Strecke von Kuala Lumpur aus. Der ursprüngliche Plan war eine Voluntierstelle, die mich interessierte. Am Ende hat es nicht geklappt, dafür aber ein kostengünstiges Zimmer und so entscheide ich nach unserem Aufenthalt bei einer Couchsurfingfamilie, uns einen Monat bei dem Voluntierhost einzumieten. Melaka hat etwas bezauberndes. Es gefällt uns von Anfang an.

Von Kuala Lumpur nach Singapur auf der Suche nach Ruhe

Ich muss sagen, nach Kuala Lumpur und unseren Aufenthalt bei der chinesischen Familie brauche ich etwas Ruhe. Ich stelle fest, dass die kulturellen Unterschiede, gerade in Bezug auf den Umgang mit Kindern mich teils sehr belasten. In Melaka treffen wir dann auf eine Familie indischen Ursprungs. Hier begreife ich woher das indische Volk diese extreme Produktivität hat. Während Chinesen ihre Kinder sehr elitär erziehen und auf Bildung pushen, haben die Inder noch einen Vorteil. Sie sind oft größere Familien. Das heißt zu dem, dass sie ebenfalls viel erwarten was die Ausbildung angeht, übernehmen die Kinder schon in frühen Jahren viel Verantwortung für Geschwister, schmeißen den Haushalt oder bekommen andere Aufgaben, die sie vollwertig in die Erledigungen der Familie mit einbinden. Vielleicht nur eine Momentaufnahme? Nein, nur die Bestätigung dessen, was ich schon aus der Ferne auf der ganzen Reise beobachtet habe. Hier treffe ich also drei fast fertige kleine Erwachsene. Dem gegenüber steht Jannik, der kleine wilde Junge. Ich möchte in diesem Beitrag jetzt gar nicht zu sehr auf das eingehen, was wir hier und dort erlebt haben, denn das wird noch ein ganz eigenes Thema.

Von Kuala Lumpur nach Singapur bleiben wir in Melaka hängen

Als wir nach vier Tagen unser gemietetes Zimmer in Melaka betreten, kann ich das erste Mal wieder frei atmen. Ich will hier wieder mehr ich sein und mich nicht anpassen an etwas, was mir nicht steht. Alles fühlt sich grad so richtig an hier. Melakas Stadtkern wird uns ein Spielplatz und neben unseren täglichen Verkäufen, toben wir auf den Überbleibseln der Geschichte rum. Der europäische Einfluss aus Portugal und Niederlande ist hier allgegenwärtig.

Neue Freunde in Melaka

Nach ein paar Tagen lernen wir Din und Ira kennen, die beiden Musiker, die unsere besten Freunde werden. Fortan verbringen wir jeden Tag mit ihnen. Jannik beginnt täglich mehr ihren Gesang zu folgen und ich genieße die magischen Momente, die mich im Hier und Jetzt berühren. Ja, alles ist richtig. Din schafft es regelmäßig hier die vorbeiziehenden zu verzaubern und sie in seinen Gesang mit einzubeziehen und nicht selten erleben ich chinesische Reisegruppen, die alle zusammen ihre Volkslieder singen in einer historischen Kulisse. Auch Jannik lernt diese Lieder schnell und erfreut sich am gemeinsamen Gesang. An unseren Abenden treffen wir uns mit den einheimischen Kindern und Jannik beginnt schnell neue Freundschaften aufzubauen, einige werden tiefer weil die dazugehörigen Familien interessiert an unserer Kultur sind aber einige bleiben auch oberflächlich weil die Angst vor uns zu groß ist.

Unser Abschied in Melaka auf unserer Reise von Kuala Lumpur nach Singapur

Ein Monat geht viel zu schnell vorbei und wir ziehen weiter. Der Abschied fällt mir so schwer und ist mit vielen Tränen gespickt. Diese Menschen hier in Melaka haben mir etwas ganz besonderes gegeben, sie waren mehr als nur Freunde, sie waren wie Familie in einem fernen Land. Sie haben mich berührt und geprägt. Wie kann ich diesen Ort verlassen? Unser Visum geht dem Ende zu und so bleibt uns eh nichts anderes übrig als Richtung Singapur aufzubrechen.

Ein letzter Stop vor Singapur und Kinderaugen leuchten

Jannik hat gespart und so bauen wir noch einen ganz besonderen Halt ein. Ein Besuch im Legoland in Johor Bahru, kurz vor den Toren Singapurs. Der Tag ist eine willkommene Ablenkung zu dem Trennungsschmerz, den ich durch unsere Abreise aus Melaka erlitt. Dank der Low Season in Malaysia und die Wahl auf einen Wochentag, haben wir das Legoland fast für uns alleine und so ist es kein Problem, in einer Fahrattraktion einfach sitzen zu bleiben und auf die nächste Runde zu warten. Janniks ganzer Stolz ist der Führerschein, den er dort macht. Am Abend fällt er super glücklich ins Bett.

Jannik macht den Fuehrerschein
Jannik macht den Fuehrerschein

Singapur und unser Treffen mit einer Alleinerziehenden Reisen

Dann geht es weiter nach Singapur. Ich bin ein wenig aufgeregt und mache mir jetzt schon Gedanken, wie einfach es wird, visatechnisch wieder nach Malaysia zurück zu kehren. In Singapur treffen wir auf Amber, eine ebenfalls alleinerziehenden Mutter aus Kanada. Wie wir reist auch sie mit ihrem Sohn seit vielen Monaten durch die Weltgeschichte. Hier macht sie grad Housesitting und lädt uns einige Tage ein. Es scheint perfekt zu sein, denn die Jungs trennen nur ein Jahr. Gleichzeitig gibt es aber auch einige Reibungspunkte, die mir helfen, einige Dinge klarer zu sehen. Dazu später mehr in einem anderen Beitrag. Wir verbringen tolle und aufregende Tage in Singapur. Auch wenn es im Vergleich zu dem restlichen Teil Südostasiens sehr teuer ist, zieht mich Singapur sofort in seinen Bahn. Ich habe die letzten drei Monate ein klein wenig Geld zur Seite gepackt, um hier nicht ganz auf die Bremse zu treten und so besuchen wir beispielsweise das tolle Futurworldmuseum in der Marina Bay und spazieren über die Skybridge im Garden of the Bays. Ein besonderes Highlight ist die Lichtershow in der Marina Bay und die Crane Show auf Sentosa Island. Wenn du Singapur mit allem erleben willst, bring dir unbedingt den dicken Geldbeutel mit, denn es gibt wirklich viel gegen Geld zu entdecken.

Singapur, das kleine saubere Fleckchen Südostasiens

Singapur, das perfekt gesäuberte Fleckchen Südostasiens und ein El Dorado für Gartenliebhaber hat uns verzaubert und wir verlängern via Air B´n`B um zwei Nächte zugunsten des nationalen Feiertages im August. Man verspricht uns eine spannende Parade mit abschließenden Feuerwerk. Zu unserer Schande haben wir aber an diesem Tag so viel Spaß auf dem Wasserspielplatz im Garden of the Bays, dass wir erst die Parade versäumen und dann noch an dem falschen Ort sind, um das Feuerwerk zu sehen. Dafür hat Jannik aber jetzt eine neue Freundin in Singapur und wir schauen uns das Feuerwerk einfach später im Fernseher an.

Wir ändern unsere Route und folgen unseren Herzen

Wir verlassen Singapur und blicken auf aufregende Tage zurück.  Der Plan, weiter nach Tuiman Island zu fahren fühlt sich schwer an. Alles in mir sehnt sich zurück nach Melaka und auch Jannik strahlt bis über beide Ohren, als ich ihm vorschlage statt Strand und Meer, ein weiteres mal Kultur und Freunde zu wählen. Und so geht es kurzerhand zurück nach Melaka. Manchmal ist es doch so wichtig, das zu tun, was sich gut anfühlt. Längst sind wir keine Reisenden mehr im traditionellen Sinne, vielmehr Wanderer und Nomaden, die sich dort niederlassen, wo es ihnen gefällt. Wir sind ein Teil der Gemeinschaft hier. Die Freude ist groß als wir Din und Ira wieder treffen und all die anderen tollen Menschen auf dem Church Hill, wo ich tagtäglich ein bis zwei Stunden meine Armbänder verkaufe, um unsere Reise und unser Überleben weiter zu finanzieren. Bye bye Singapore

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Stephi
Alleinerziehend.Reisesüchtig.Freiheitsliebend.Alternativ.

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