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Sahai Nan Farm, fernab vom Touristentrubel

Stephi11 comments1735 views
Sahai Nan Farm

Wir gehen in die Berge

Ich habe einen tollen Tipp bekommen, in Pai soll eine Organicfarm sein, die bei vielen einen so positiven Eindruck hinterlassen hat, dass ich es auch erleben möchte. Jannik ist von den Bergen eh so begeistert, dass es wenig Überredung kostet, ihn für diese Tour zu überzeugen. Ich schreibe den Betreiber also an und erhalte prompt eine Antwort, die unsere Pläne etwas ändert. Er bietet uns noch mehr Natur an und ein wirklich simples Leben nahe der laotischen Grenze in Thung Chang. Aus dem Geheimtipp Pai ist mittlerweile ein Koh Phangan der Berge geworden und es zieht immer mehr Touristen und partywütige dorthin. Wir entschließen uns also nach Thung Chang auf die Sahai Nan Farm zu fahren.

Auf in die Berge

Auf zur Sahai Nan Farm

Man rät uns dazu, das Busticket zur Sahai Nan Farm  mindestens einen Tag vorher zu kaufen, weil die Strecke über Nan geht und es dort viele einheimische Touristen hinzieht. Das Busticket kostet für Jannik und mich knappe 400 Baht, was für die Strecke an sich wirklich wenig ist, aber für uns verdammt viel. Ich hoffe an dieser Stelle sehr, dass es uns gefällt, denn wenn wir schon so nah an der laotischen Grenze sind, dann möchte ich gern von dort auch den Visarun machen. Am Busbahnhof in Chiang Mai treffe ich einen philippinischen Marathonläufer und wir kommen ins Gespräch. Er arbeitet mit Straßenkindern weltweit zusammen und erzählt mir von seinen teils lebensbedrohlichen Begegnungen, der Freude Kindern wieder ins Leben geholfen zu haben und der Traurigkeit, nicht alle retten zu können. Ich bin tief berührt von seinen Erzählungen und könnte noch stundenlang lauschen als leider sein Bus nach Chiang Rai eintrifft. Kennst du solche kurzen Begegnungen, in denen du fast alles über einen Menschen erfährst oder selbst Preis gibst? Sowas begegnet einen fast nur auf Reisen und es hat für mich immer wieder etwas magisches.

Auf der Busfahrt zur Sahai Nan Farm passiert es einfach

Nachdem wir in und um Chiang Mai noch gefühlte 20 mal stoppen und Leute einsammeln, geht die Fahrt endlich los und ich gestehe, ich bin irre aufgeregt die Sahai Nan Farm zu erreichen. Dem Fahrer scheint es ähnlich zu gehen, denn er fährt sehr unkontrolliert. Gerade als ich mich an das abrupte Bremsen und Anfahren gewöhnt habe, geht es weiter in die Berge, es geht rauf und es geht runter, es geht nach links, es geht nach rechts und wieder rauf und wieder runter, nach links, und rauf und runter, nach rechts, nach links, Bremsen, Anfahren, hupen, und wieder rauf und runter, links und rechts und nach fünf Stunden bin ich nicht mehr reisefest. An dieser Stelle bin ich sehr dankbar für die buseigene Toilette, auf der ich im übrigen auch so hin und her geschaukelt werde, dass ich mir so gar ein paar blaue Flecke einfange. Und während Jannik die lange Fahrt wieder einmal bravourös meistert, bin ich nach knappen neun Stunden einfach nur froh wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Ich mache mir jetzt schon Gedanken über die Rückfahrt.

Mit dem Motorroller im Dunkeln durch den Dschungel

Zu unserer Ankunft ist es bereits dunkel und der Akku meines Tablets wieder einmal leer….hmmpfff. Ich habe keine Ahnung, ob meine letzte Mail bei Sandot, dem Betreiber der Sahai Nan Farm angekommen ist, der uns an der Haltestelle abholen wollte. Die Dame des kleinen Shops weiß aber sehr genau, dass die einzigen Touristen, die sich nach Thung Chang verirren nur Besucher der Sahai Nan Farm sein können und bietet uns einen Stuhl an. Ich versuche ihr zu verklickern, dass ich keine Ahnung habe, ob wir überhaupt abgeholt werden aber sie gibt uns zu verstehen, dass wir nur warten müssen. 15 Minuten später erscheint ein freundlich aussehender Thai auf seinem Roller und die Dame zeigt auf ihn mit den Worten Sahai Nan Farm. Ich bin beruhigt, dass die Kommunikation scheinbar geklappt hat und zeitgleich frage ich mich, wie er uns transportieren will. Die Thais und spitze im stapeln und kurzerhand sitzen Jannik, unser Rucksack, die Gitarre, eine Provianttasche und ich auf dem Roller. Ob ich nervös bin so durch die Dunkelheit zu fahren? Und wie. Wir klammern uns an Sandot als ginge es um Leben und Tod und als es dann auch noch von der Hauptstrasse abgeht und wir den Asphalt verlassen, höre ich noch seine Worte, er sei ein guter Fahrer, wir sollen keine Angst haben aber mit extrem vielen Unebenheiten rechnen, Vertrauen sagt er. Das ist super, denn das hab ich eh löffelweise gefuttert und so geht es ca 15 Minuten im Dunkeln durch den Dschungel über Stock und Stein. Das letzte Stück müssen wir dann zu Fuß gehen. Du kannst dir sicher vorstellen wie aufregend das für einen Fünfjährigen ist? Jannik könnte den Weg glatt nochmal fahren.

Sahai Nan Farm, Thailand

Das Million-Star-Resort auf der Sahai Nan Farm

Wir werden von den gerade zwei einzigen Gästen auf der Sahai Nan Farm, einer Japanerin und einer Amerikanerin und einem unglaublichen Sternenhimmel, begrüßt. Ich habe niemals in meinem Leben eine so unglaublich schönen Sternenhimmel gesehen. Als ich den Gemeinschaftsbereich betrete, fühle ich mich ein Stück in die Steinzeit zurück versetzt. Feuerstellen, Kokusnussschalen und Bambuslöffel. Ich fühle mich grad so wohl, dass ich kaum Worte dafür finde. Und auch für Jannik ist das alles hier wahnsinnig spannend und allein der Ritt auf dem Motorroller schlägt noch euphorische Wellen. Als Sandot dann noch seine Gitarre raus holt und wir gemeinsam unterm Sternhimmel sitzen, ist es endgültig um mich geschehen. Ich habe mich in dieses kleine Paradies mitten im Dschungel verliebt, ohne es überhaupt bei Tageslicht gesehen zu haben. Wir schlafen in wirklich einfachen Behausungen auf Bambus und Matratzen, unterm Moskitonetz und nur Dach aus Stroh und wir lieben es beide. Für Jannik ist das alles hier ein wirklich großes Abenteuer. Der nächste Tag bestätigt nur mein Gefühl, was ich von diesem einzigartigen Ort habe, es ist tatsächlich ein kleines Paradies. Kleine Felder, ein Teich, viele Bananenbäume und gänzliche Ruhe.

 

Wir werden Farmer

Gleich nach dem Frühstück geht es los, wässern, pflanzen, ernten. Jannik und ich sind hoch motiviert aber auch noch so unwissend was das tropische Feld betrifft. Es gibt viel zu tun, ein neues Haus Projekt steht an und eigentlich sind wir viel zu wenige. Die nächsten drei Tage komme ich gewaltig an meine Grenzen und das in erster Linie deshalb, weil ich in alte Verhaltensmuster zurück falle. Ich möchte mich so gut es geht mit einbringen, trotz Kind versuche ich überall mitzuhelfen und zeitgleich bin ich bemüht, Jannik in vollem Umfang präsent zu sein. Die Rechnung kann gar nicht aufgehen und wir geraten immer häufiger aneinander. Nach einem Streit wollen wir den anderen zu einem Ausflug folgen und verlaufen uns, vier Stunden irren wir durch die Pampa, genug Zeit um über die letzten Tage zu sprechen. Mein Fazit, ich werde einen Gang zurück schrauben und mir wieder mehr Auszeiten erlauben und diese mit Jannik verbringen. Eigentlich ist es ja so klar, dass ich mit Kind nicht das gleiche wuppen kann wie die Leute ohne Kind hier und so entscheide ich spontan, was für uns machbar ist und was nicht. Denn das Ziel dieser Reise war für mich mehr Zeit mit Jannik zu verbringen. Erstaunlicherweise hat niemand damit ein Problem, eine wichtige Erkenntniss für mich, die mir wieder einmal zeigt, dass es oft die eigene Meinung ist, die einen blockiert.

Es wird voll auf der Sahai Nan Farm

Die nächsten Tage folgen noch weitere Leute ins Sahain Nan Camp. Eine Schweizerin, zwei Amerikaner, ein Spanier, ein Russe und ein deutsch spanisches Pärchen. Die Mischung ist wahnsinnig spannend und reicht von Weltreisenden über Abenteurer auf Zeit bis hin zur einfachen Urlaubszeit. Die Beweggründe für eine solche Reise sind für mich oft die spannendsten Geschichten, dicht gefolgt von den Erlebnissen. Egor, der Russe erzählt mir von seinem Aufenthalt im Nationalpark nahe der malaysischen Grenze und ich bin hin und weg davon. Ich freue mich jetzt schon auf unseren Weg in den Süden und bin mir sicher, wir werden einige Tage in dem Nationalpark verbringen.

Auszeiten sind wichtiger als Perfektion

Wir lassen es bei der Menge an Menschen nun auch ganz ohne schlechtes Gewissen langsamer angehen, ich lerne dabei viel von den anderen, die sich wie selbstverständlich ihre Auszeiten nehmen. Sandot, der Betreiber ist einer der liebsten Menschen, die ich kenne aber an einigen Stellen fällt es mir schwer, ihn zu verstehen. Er hat so viele Ideen für dieses Projekt hier und manchmal scheint es, als wäre er mit der Organisation nicht im Glwichgewicht. In Einzelgesprächen erlebe ich ihn wieder organisiert und ausgeglichen. Es gibt einige Momente, da fühle ich mich als müsste ich dieses kleine Paradies sofort verlassen, weil es nicht mehr zu uns passt und dann wieder die anderen Momente, in denen ich mich so richtig wohl fühle. Ich stelle fest, der Altersunterschied spielt zwar aufgrund der Erfahrungen eine untergeordnete Rolle, aber mein Denken ist doch in vielerlei Hinsicht anders als das der anderen hier. Immerhin trennen uns fast 10 Jahre. Die nächsten Tage soll noch eine japanische Familie mit zwei Kindern eintrudeln und ich bin sehr gespannt wie die Kinder miteinander auskommen. Jannik zählt schon die Tage bis die beiden Kids kommen und fragt sich jetzt schon, ob er denen wohl deutsch beibringen kann. Die Sprachbarriere ist für eine Plaudertasche wie Jannik wohl das schlimmste. Die deutschsprachigen Leute hier kennen vermutlich schon seine ganze Lebensgeschichte, denn die Kommunikation auf englisch ist eher schleppend.

Jannik wird ein Mann auf der Sahai Nan Farm

Jannik bekommt hier in der Sahai Nan Farm seine erste eigene Machete und versucht sich damit so gut es geht einzubringen. Sofern er nicht müde ist, geht er außerordentlich sicher damit um und hackt das Feuerholz als hätte er nie etwas anderes gemacht. Er ist so stolz, jetzt auch ein Teil der arbeitenden Gemeinschaft zu sein und wir ritzen seinen Namen in den Griff. Er träumt davon auch bald mal den großen Bambus zu schlagen und gemeinsam mit den Männern den Hügel hoch zu schleppen. “Wenn ich groß bin und mein eigene Farm habe, dann dürfen alle Kinder eine Machete haben und ich pass auf, dass sie sich nicht verletzen”, solche und ähnliche Sätze höre ich nach jeder Gute-Nacht-Geschichte. Ich bin froh, dass die Sahai Nan Farm so einen positiven Einfluss auf ihn hat.

Die erste eigene Machete
Die erste eigene Machete

Wenn Kinder auf Kinder treffen

Neue Freunde für Jannik erreichen die Sahai Nan Farm. Die japanische Familie kommt endlich an. Jannik hat für die Kinder zur Begrüßung Kekse von seinem Taschengeld gekauft und verteilt diese auch sofort. Mir gefällt diese Geste sehr und das macht mich auch ein wenig stolz. Die Sprachbarriere scheint für beide Jungs ein Problem zu sein und obwohl Jannik immer wieder versucht, Kontakt aufzunehmen, finden die beiden noch nicht zueinander. Ich stelle bereits nach den ersten Tagen große Unterschiede fest, während ich immer wieder nach Jannik schaue und er sich bei mir abmelden muss, haben die japanischen Eltern ein wahnsinnig großes Vertrauen in ihre Kinder und lassen ihren Sechsjährigen alleine mit der Zweijährigen die Sahai Nan Farm erkunden. Ich frage mich ob es der kulturelle oder charakterliche Unterschied ist. Die Antwort werde ich schwer erfahren, da es auch hier eine Sprachbarriere gibt. Ich bin gespannt was die nächsten Tage noch passiert.

Ein neues Haus entsteht

Wer ein solches Projekt noch in den Kinderschuhen besucht, kann oft gestalterisch mitwirken. Ein neues Haus entsteht und wir dürfen dran teilnehmen, sind bei dem ersten Grundstein/Grundbambus dabei und beobachten die Arbeiten. Nach einigen Tagen hat sich für mich das Kochen der Mahlzeiten, sowie das Wässern der Gärten und die Küchenorganisation als gut lösbare Aufgabe entwickelt mit Jannik. Wir beobachten also den Hausbau und ich genieße die Zeit, in der Jannik auf eigenen Wegen unterwegs ist, um den Leuten beim Haus zu helfen oder mit Sandot auf dem Roller in die Ortschaft zu fahren. Ich merke auf jeden Fall, dass es für uns beide sehr wichtig ist, getrennte Aktivitäten zu starten und während er unterwegs ist, übe ich mich ein wenig in Meditation.

Unser Visum läuft bald aus

Uns bleibt noch eine Woche auf der Sahai Nan Farm ehe es nach Laos geht. In einigen Momenten spüre ich erneut den eigenen Druck, alles richtig machen zu wollen und fühle mich nicht wohl hier und dennoch denke ich, dass dies der perfekte Ort dafür ist, zu lernen, dass eben nicht alles perfekt sein muss. Eigene Wertvorstellungen verschmelzen manchmal ganz unweigerlich mit einem Idealbild, welches uns das soziale Umfeld bereits in der Kindheit aufzwängt. Und genau das macht den ganz persönlichen Druck aus. Ich werde noch viele Dinge erfahren, die mir helfen, wieder bei mir und Jannik zu sein.

Von Moskitos und anderen Tieren

Tausend und ein Moskito auf der Sahai Nan Farm machen mir das Leben zur Hölle. Wenn du jetzt im kalten oder verregneten Europa sitzt, mag es für dich ein Luxusproblem sein , wenn ich mich bei hier gewohnten 30 Grad über einige Regengüsse beschwere, aber ehrlich gesagt kann ich mit dem Regen ganz gut umgehen. Was mir deutlich mehr zu schaffen macht, sind die Nachzügler des Regens der letzten Tage. Es wimmelt nur so von Moskitos und ich gestehe, ich könnte glatt zum Mörder werden. Diese kleinen Biester machen mich dermaßen aggressiv und ich möchte sie am liebsten alle ausrodden. Ganz im Ernst, niemand braucht sie. Ich zähle an einem Bein 32 und am anderen 24 Stiche und mein kürzlich erworbenes Tigerbalsam ist an zwei Tagen schon fast aufgebraucht. Jannik hat Glück, denn seine insektenabwehrende Kleidung leistet gute Arbeit und so bekommt er nur dort Stiche, wo ihn niemand schützen kann zum Beispiel wenn er in der Nacht mit dem Arm am Moskitonetz schläft. Seine Haut reagiert auf die heimische Insektenwelt sehr stark und ich bereue etwas, nichts stärkeres mitgenommen zu haben. Seine Hand ist übersät mit Stichen und der Kontakt zu einer schillernd bunten Raupe hat dicke Blasen hinterlassen. Die hier heimische Insektenwelt erzeugt ungewohnte Reaktionen und ich bemühe mich immer gut abzuwägen wann es brenzlich werden könnte für ihn. Bisher heilt alles von selbst ab und ausser Tigerbalsam und ein paar homöopathische Globulis brauche wir nichts. Aber neben den Tieren, die uns das Leben schwer machen, gibt es noch jenen, die uns bereichern. Da wären einige Hühner und Schweine, sowie die kleinen Wachhunde oben am Hügel, denen Jannik so gar deutsche Namen gibt und regelmäßig besuchen geht. Er nennt sie Krümel, Keule und schwarzes Haar. Die zur Sahai Nan Farm gehörende kleine Katze muss aber einiges einstecken und das führt bei Jannik und mir regelmäßig zu Konfliktpotential.

Wir besuchen eine kleine Schule im Dschungel

Wir besuchen eine Schule im nahegelegenen Dorf und verbringen einen fantastischen Tag dort. Auf dem Weg dorthin machen wir Halt am Fluss und Jannik planscht, taucht und buddelt im Matsch, kurzum, er ist grad das gluecklichste Kind der Welt. Nur fünf Gehminuten entfernt erreichen wir das kleine Dorf im Dschungel. Die Schule im Dorf ist von den Dorfbewohnern selbst errichtet wurden und ermöglicht den dort lebenden Kindern eine Schulbildung bis zur sechsten Klasse, die ihnen sonst vermutlich nur schwer möglich wäre. Die Kinder lernen dort frei und unterstützen sich in kleinen Lerngruppen gegenseitig. Wir essen gemeinsam mit den Kindern, Jannik genießt in erster Linie den angrenzenden Kindergarten und das Spielzeug dort. Einige Tage später besuche ich die Schule mit Jannik ein weiteres Mal, um ein ausgiebiges Gespräch mit dem Mönch zu führen, der die Schule unterstützt. Wir unterhalten uns über die Unterschiede der Schulsysteme und ich Frage, wie ich die Schule unterstützen könnte. Er ist sehr bescheiden und lehnt meine Hilfe indirekt ab. Es gibt kein Spenden Konto oder ähnliches und dennoch finanziert sich die Schule allein von Spenden aus der Region. Wenn du also einmal die Sahai Nan Farm besucht und du oder dein Umfeld noch ein wenig Geld übrig hat, dann wäre genau das der richtige Ort, um etwas gutes zu tun. Sandot, der Betreiber der Sahai Nan Farm plant eine künftige Zusammenarbeit mit der Schule und möchte die Schulkinder zu Projektwochen einladen.

Der Saturday Market in Thung Chang

Jeden Samstag gibt es in Thung Chang den Saturday Market, dafür machen alle Bewohner den weiten Weg zum Marktplatz. Per Anhalter oder zu Fuss geht es in freudiger Erwartung raus in die Zivilisation. An manchen Tagen ist es einfach auf einen Pick Up oder einen Roller aufzusteigen, an manch anderen mag einfach niemand halten. So weit ab vom Schuss sind Touristen zwar eine absolute Attraktion, jedoch auch sehr ungewohnt für die Einheimischen. Zwischen Fotos schießen und Bestaunen bleibt immer das typische  Thailächeln.

 

Fazit zur Sahai Nan Farm

Wenn du auf der Suche nach einem er friedlicheren Orte bist, die ich bisher kennen lernen durfte, das simple Leben nicht scheint, gerne etwas mit anpackst, eine vegetarische Kost bevorzugt, dich die touristischen Hochburgen auch manchmal etwas nerven und du einen der liebsten Menschen kennen lernen möchtest, dann bist du auf der Sahai Nan Farm genau richtig. Das Leben ist hier ganz simpel, es gibt kein Warmwasser, die Dusche ist ein Schlauch, Hockklos, keine Elektrizität, ausser ein kleines Solarpaneel, Wäsche wird hier mit der Hand gewaschen, gekochtbübern Feuer und gearbeitet ohne moderne Werkzeuge. Es gibt Orte, die sind nur wegen der Leute, die sie besuchen so besonders. Aber die Sahai Nan Farm ist wegen dem Betreiber so besonders. Alles, was hier steht, wächst oder gegssen wird, trägt seine Ideen, seine Wertvorstellungen und seine Liebe. Und auch wenn sein Geist hier stets allgegenwärtig ist, ist seine Abwesenheit sofort spürbar, als er zB einige Tage auf den Philippinen ist. Neben Sandot sind es natürlich auch die Menschen, die die Sahai Nan Farm so besonders machen und ich bin dankbar für jede einzelne Bekanntschaft. Der Abschied naht und ich stelle fest, wir waren zu kurz dort, um für immer zu bleiben aber auch zu lang, um einfach so zu gehen. Es fällt mir sehr schwer Sahai Nan zu verlassen. Ich bin mir sicher, wir werden wieder kommen. Wann? Das weiss ich noch nicht. Nun geht es erstmal nach Laos für uns. Sei gespannt, was wir da alles erleben.

Links zu Sahai Nan Farm

 

Falls auch du schon auf der Sahai Nan Farm gewesen bist, hinterlassen mir einen Kommentar wie dir Sahai Nan gefallen hat. Falls du gar einen Beitrag zu Sahai Nan hast, zögere nicht, einen Link anzuhängen. Auch weitere Infos zu Sahai Nan sind herzlich Willkommen.

Stephi
Alleinerziehend.Reisesüchtig.Freiheitsliebend.Alternativ.

11 Comments

  1. Endlich!!!!! Schön von euch zu hören ! Ein toller Bericht, der nix beschönt, der ganz viel Reisesehnsucht in mir weckt. Ich denke dass durch deinen Blog viele Menschen dieses Paradies aufsuchen werden! Bin bei euch!

    1. Ich freue mich sehr, dass dir mein Beitrag gefällt. Und der Ort ist wirklich etwas ganz spezielles. Wer ein Wenig Luxus braucht, sollte jedoch woanders hin. In der Sahai Nan Farm gibt es in erster Linie viel Natur und Abgeschiedenheit

  2. welch ein schöner bericht, der viel viel Fernweh weckt. Du hast recht, Sandot ist ein ganz einzigartiger Mensch. Fast wäre ich auch auf Sahainan gelandet, um dort den Permakulturkurs zu machen, wenn die schwierige Visaverlängerung mir nicht im Weg gestanden hätte.
    Du gibst interessante Einblicke in deine eigene Gefühlswelt und deine eigenen kleinen Kämpfe. Ich fände es auch total interessant, mehr über die Beziehung von Jannik und dir zu hören, bzw. wie die Reise für ihn ist. Hat er sich letzendlich besser mit den anderen Kindern verstanden? Fiel es ihm schwer, mit den Schulkindern zu spielen? Hatte er große Langeweile auf der Farm? Ärgert er die Katze?

    Ich bin froh, dass ihr dort wart und dies geteilt hat,. Viel spaß in Laos und alles liebe 🙂

    1. Liebe Nina,
      die beiden Jungs haben nach einigen Tagen einen Zugang zueinander gefunden. Als wir die Schule besuchten, war er in erster Linie an dem Spielzeug des Kindergartens interessiert 😉 wir haben immer mal wieder Auseinandersetzungen, die aber mit der Zeit immer besser werden. Die Turbulenzen der letzten Monate haben bei beiden von uns Spuren hinterlassen. Und ja, er aergerte die Katze. Langeweile trat bei ihm meistens dann auf, wenn das Essen noch 10 Minuten brauchte. Ich muss aber generell sagen, dass er mit der Zeit auch trotz des wenigen englischs eine gute Möglichkeit gefunden hat, mit allen zu kommunizieren. Fazit, es gibt für Kinder jede Menge auf der Farm. Die Kunst ist, ihnen immer wieder abwechslungsreiche Beschäftigungen zu geben. Am Ende war er mindestens genau so traurig wie ich, die Farm zu verlassen. Und ganz besonders vermissen wird er Sandot und die Zeit, wo er allein mit ihm auf den Roller in die Ortschaft gefahren ist. Da ist mir erst so richtig bewusst geworden wie wichtig das auch für ihn ist, Zeit ohne Mama zu haben 😉

  3. Ich schaue alle paar Tage mal auf deine Seite und habe gerade den neuen Bericht entdeckt und sofort komplett gelesen. Sehr interessant fand ich vor allem, wie du die Bedürfnisse deines Sohnes während der Reise immer neu entdecken musst. Auch wenn wir nicht so abenteuerlich reisen, so habe ich in Südfrankreich gemerkt, wieweit meine Interessen und Ideen von denen meines Dreijährigen Sohnes abweichen, selbst wenn man meint, sich gerade etwas besonders Schönes und Kindgerechtes ausgedacht zu haben. Wie du das umsetzt, würde ich in den nächsten Berichten gerne weiter verfolgen dürfen.
    Außerdem würde mich interessieren, welche Günde dich veranlasst haben, diese Reise zu unternehmen und wie du sie geplant oder auch eben nicht geplant (also spontan Entscheidungen triffst während der Reise) hast. Wenn dies nicht zu persönlich ist, würde ich gerne etwas darüber erfahren. Das Ausbrechen wollen aus dem, was uns der hiesige Alltag vorgibt, kennen sicherlich viele deiner Leser und es muss ja auch bei dir aus bestimmten Gründen am Anfang gestanden haben.

    1. Liebe Jana,
      hab vielen Dank für dein Feedback. Der Grund für mich diese Reise anzutreten war in erster Linie die Erfüllung eines Traumes, das Anhalten und Aussteigen und das wichtigste überhaupt war der Wille mehr Zeit mit meinem Sohn zu verbringen. In Deutschland habe ich Vollzeit gearbeitet und das mit Leidenschaft, leider blieben dabei viele Dinge auf der Strecke und so habe ich mich nicht ganz leicht zu einem klaren Schnitt entschieden, gekündigt und bin aufgebrochen. Ersparnisse waren dabei nicht wirklich vorhanden und irgendwann gebe ich auch mehr zu den Kosten preis 😉 geplant war nur der Hinflug nach China und wegen des Visums ein Ausreiseflug nach Thailand. Ansonsten plane ich relativ spontan und versuche aus Kostengründen weitestgehend auf Hotel oder aehnliches zu verzichten. Die meisten Entscheidungen sind richtig, die ich treffe aber ich greife dabei auch mal so richtig in die Kacke und dann liegt es an mir, das wieder grade zu biegen. Was mein Sohn bei den Negativerfahrungen lernt, ist in erster Linie, dass jeder von uns mal Fehler macht und wir sie auch wieder zum Guten wenden können. Fakt ist aber, er ist meistens genau dort glücklich, wo ich es auch bin und die meisten Spannungen entstehen oft dann, wenn ich selbst mit mir zu kämpfen habe.

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